Apple iPad 3 Test – Neue Tablet-Referenz oder nur ein Blender?

Das neue iPad von Apple sieht zwar aus wie das iPad 2, aber dank extrascharfem Retina Display, Quad-Core-Grafikeinheit, iOS 5.1 und aufgemotzter Kamera, ist das iPad 3 mehr als nur ein Speedbump. Einziges Manko, 4G oder besser gesagt LTE ist in Deutschland leider nicht nutzbar.

Text Apple iPad 3 vs iPad 2Wenn das iPad 2 und das iPad 3 nebeneinander liegen, dann sehen sich beide sehr ähnlich. Die feinen Unterschiede erkennt man erst auf den zweiten Blick. Die dritte Generation des iPads besitzt auch das sehr hochwertige Aluminium-Unibody und auch alle Tasten und Schalter befinden sich dort, wo sie auch schon beim Vorgänger waren. Schaut man genauer hin, dann fällt einem aber auf, dass das iPad 3 im Vergleich etwas dicker ist. Statt 8,8 mm ist Apples neustes iPad nun 9,6 mm dick. Beim genauen Betrachten der Kamera fällt auch auf, dass die Öffnung für die Kameralinse auf der Rückseite jetzt größer ausfällt. Laut Apple wurde im neuen iPad 3 die gleiche 5-Linsen-Optik wie im iPhone 4S verbaut, aber der Bildsensor zeichnet Bilder mit 5 Megapixeln auf, während der Sensor des iPhone 4S satte 8 Megapixel schafft. , die Auflösung des Bildsensors allerdings von 8 auf 5 Megapixel reduziert.

Dick aufgetragen – iPad 3 legt an Gewicht zu

Im direkten Vergleich ist das iPad 3 spürbar schwerer als das iPad 2. Während die 2. Generation knapp über 600 Gramm wiegt, ist das iPad 3 gleich, je nach Modell, bis zu 10 Prozent schwerer. Diese 10 Prozent mehr an Gewicht ist auf die Dauer spürbar, aber das ist wirklich nörgeln auf höchstem Niveau. Was man in jedem Fall bemerkt, ist das Gewicht. Mit 3G/4G-Unterstützung bringt der Flachrechner jetzt 662 Gramm auf die Waage – und damit fast 10 Prozent mehr als der Vorgänger.

Man muss aber dazu sagen, dass sich Gewicht und Abmessungen immer noch im Tablet-Mittelfeld bewegen. Das Acer Iconia Tab A501 bringt es auf satte 780 Gramm, während die „Leichtgewichte”, wie das Asus Transformer Prime TF201 ohne Tastaturdock 586 Gramm und Samsung Galaxy 10.1N knapp 570 Gramm wiegen. Persönlich finde ich das iPad 3 nicht zu schwer geraten, die extra Gramm in Kombination mit den Materialien führen dazu, dass der gesamte haptische Eindruck sehr hochwertig ist.

Dauerläufer mit extra scharfem Display

Das neue Retina Display mit einer Auflösung von 2.048 x 1.536 Pixel ist konkurrenzlos. Kein anderes Tablet kann aktuell diese Auflösungen darstellen. Auch die Pixeldichte von 264 ppi ist bis jetzt unerreicht. Zum Vergleich: das iPad 2 verfügte über ein Display, dass 1.024 x 768 Pixel bei 132 ppi darstellte. Das Super-IPS+ Display des ASUS Transformer Prime schafft immerhin eine Auflösung von 1.280 x 800 Pixeln bei 146 ppi.

 

Das Display kann schon jetzt als neue Referenz im Tablet-Sektor gelten, man kann keine einzelnen Pixel oder irgendwelche Ausfransungen erkennen kann. Texte wirken so scharf wie nie zuvor. Full HD Videos lassen sich nun auch auf einem iPad 3 genussvoll betrachten. Hier sollte man nur aufpassen, dass genug freier Speicherplatz auf dem iPad vorhanden ist. Erstaunlich ist auch die sehr farbintensive und blickwinkelstabile Darstellung. Mit dem iPad 3 macht es wirklich Spass, längere Texte zu lesen, Fotos und Videos zu betrachten, ohne das die Augen schnell ermüden.

Beim Akku legt Apple noch mal eine Schippe drauf. Statt eines 25Wh-Akku verbaut die Firma aus dem kalifornischem Cupertino ein Akku mit fast doppelter Kapazität. Satte 43,8 Wh fast das iPad 3 Akku, während es beim iPad 2 25 Wh waren. Das hier zu lande noch nicht erhältliche Asus Transformer Infinity 700 verfügt ebenfalls „nur“ über einen 25 Wh Akku. Laut Apple soll die Laufzeit des iPad 3s bei bis zu maximal 10 Stunden liegen.

In der Praxis – spürbar mehr Leistung und grandioses Display

All diese technischen Daten über die veränderten internen Komponenten mögen noch so schön sein, aber kann das iPad 3 wirklich mehr als sein Vorgänger? Teilweise spürt man das mehr an Leistung schon jetzt, aber nur wenn man wirklich die auf das iPad 3 optimierten Spiele-Apps zugreift. Real Racing HD ist eines dieser Spiele und subjektiv gesehen spürte ich, dass die Grafik flüssiger läuft und das ganze Rennerlebnis einfach geschmeidiger ist als beim iPad 2. Das mehr an Leistung scheint sich die dritte Generation des iPads aber auch durch merklich mehr Verlustleistung in Form von Wärme zu erkaufen. Die Rückseite des iPad 3 wird bei intensivem Gaming wärmer. Hoffentlich wird im Sommer daraus kein Problem.

Ohne Makel ist dafür das Retina Display. Es ist schlichtweg brillant! Wer schon mal ein iPad 2 oder vielleicht ein anderes Tablet aus dem Android-Lager oder gar ein Windows-Tablet in den Fingern hatte, der merkt sofort, dass das Retina Display des iPad 3 schärfer wirkt und auch Blickwinkel stabil ist. Mit diesem Display kann man nun endlich sagen, dass das iPad nun auch als eBook genutzt werden kann.

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Speicherplatz Not und noch fehlender Content

Bei seinem neuen iPad hat Apple technisch vieles verbessert. Auf der Contentseite wird es noch etwas dauern, bis der iPad 3 Nutzer rundum zufrieden ist. Die Anzahl der Apps, die für das Retina Display und den neuen A5X Prozessor optimiert wurden sind noch gering, werden aber von Tag zu Tag mehr. Videos aus dem iTunes Store mit Full HD Auflösung sind im deutschen Store leider noch nicht vorhanden. Da muss man sich schon einen US-Account zulegen. Apple Deutschland arbeitet aber mehr Full-HD-Videos für den deutschen Store, das wird hoffentlich nicht mehr all zulange dauern. In der Zwischenzeit muss man sich selbst mit Full HD Videos bemühen, aber dann wird der Speicherplatz jeder iPad 3-Variante knapp. Ein Full HD Video in bester Qualität frisst dann schnell mal bis zu 8 GB Speicherplatz. Spiele wie Infinity Blade 2 sind auch Speicherfresser, da gehen schon mal ein ganzes Gigabyte Speicherplatz nur für die App drauf. Bei der 16 GB Variante stößt man sehr schnell an seine Grenzen, während man bei der 32 GB-und der 64 GB-Variante noch etwas mehr Spielraum hat.

Schnelles Internet mit angezogener Handbremse

Was hat die Welt bei der Präsentation des iPad 3 sich gefreut, dass nun endlich auch das LTE Netz unterstützt wird. Leider ist LTE nicht gleich LTE. Die LTE-Frequenzen in Deutschland liegen bei 800, 1800 und 2600 MHz. Leider funkt das vom iPad 3 unterstützte LTE-Netz in den Frequenzen 700 und 2100 MHz, denn das sind die US-LTE-Frequenzen. Trotzdem kann das iPad 3 schneller ins mobile Internet als sein Vorgänger, dank HSDPA+ (bis zu 21 MBit/s download) und DC-HSDPA (bis zu 42 MBit/s download) Unterstützung. Das iPad 2 erreichte versteht nur HSDPA ohne + und ohne DC und schaffte bescheidene 7,2 MBit/s. Ich muss aber dazu sagen, dass alle Werte hier nur theoretische Werte sind, die man im Alltag niemals erreicht. Bei Messungen per Speedtest.net App erhielt ich bei Testläufen mit dem iPad 2 bis zu 2 bis 3 MBit/s und beim iPad 3 waren es schon mal satte 17 Mbit/s. Gemessen in Berlin Mitte.

Downloadgeschwindigkeit iPad 3 Downloadgeschwindigkeit iPad 2

Fazit

Das neue iPad ist in Sachen Haptik und Display die neue Tablet-Referenz, das steht für mich nach einer Woche fest. Kein anderes Tablet verfügt über solch ein gestochen scharfes Display. Quad-Core muss nicht sein, wenn ein Hersteller wie Apple Hardware und Software aus einer Hand anbieten kann. So ist es gewährleistet, dass das Betriebssystem das Maximum aus der Hardware herausholen kann. Jetzt müssen nur noch die Apps optimiert werden und dann ist die Kette komplett. Optimierte Apps für das iPad 3 werden aber von Tag zu Tag mehr, so dass sicher bald die Freude mit dem iPad 3 noch größer wird. Schwächen hat das iPad 3 aber auch. Wie schon oben erwähnt träumen auch die iPad 3 +4G Nutzer von traumhaften 100 MBit/s Downloadraten im LTE-Netz von der Telekom und Vodafone, aber leider ist das iPad 3 +4G in Deutschland nur ein 3,5G Model. Diesen Makel kann man aber hierzulande auch noch verschmerzen, da das LTE-Netz bei weitem noch nicht flächendeckend ist.

Zwei Mankos erfährt der iPad 3-Nutzer aber sicher immer im Alltag. Die wärmer werdende Rückseite, wenn man das iPad 3 oft und häufig mit Games martert und auch der begrenzte Speicherplatz, wenn man viele aufwendige Apps und HD Videos transportieren will. Trotzdem gilt, dass aktuell nichts am iPad 3 vorbeiführt, wenn man ein Tablet haben will, dass über einen brillantes Display, eine Flut an Apps und hochwertige Haptik verfügt. Aber die Konkurrenz schläft nicht. In den kommenden Wochen und Monaten werden sicher Samsung, Asus, HTC und andere Android-Tablet-Hersteller die iPad 3-Gegner vorstellen. Zum Ende des Jahres wird dann Microsoft und seine Verbündeten mit den ersten Windows 8 Tablets aus einem Zweikampf ein Dreikampf machen. Gewinnen kann dann nur einer: wir, die Endkonsumenten, denn die Auswahl an Tablets und Betriebssystemen wird dann noch größer!

Die aktuellen iPad 3 Modelle, genauso wie die zweite Generation des iPads und Android-Tablets, könnt ihr natürlich in unserem Shop erwerben.

About the author  ⁄ Shu On Kwok

Begeisterter Technik- & Gadget-Junkie. Wer mehr über mich wissen will, kann mich googlen oder mich persönlich fragen :).

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