Apple ./. Samsung: Kubricks Odyssee endgültig raus

Es war schon ein witzige Idee von Samsung, ausgerechnet eine Szene aus Stanley Kubricks “Odyssee im Weltraum” als Argument zu nutzen, Apple könne ja wohl kaum der Erfinder von Tablet-PCs sein. Eine Richterin lehnte das Beweismittel jedoch jetzt endgültig ab.

Zwei Astronauten mit dem Blick auf ihre Tablets: Screenshot aus den Prozessdokumenten

Um zweieinhalb Milliarden US-Dollar Schadensersatz zu bekommen, wie Apple sie von Samsungfordert, muss man schon sehr gute Argumente haben und vor allem die Argumente der Gegenseite entkräften können. Eins dieser Argumente der Gegenseite wurde dieser nun aus der Hand genommen, denn  aufgrund eines Formfehlers werden die Szenen aus dem Kubrick-Film “2001 – Odyssee im Weltraum“, in denen eben erstmals berührungsempfindliche Flachrechner gezeigt wurden, nicht mehr als Beweismittel akzeptiert.

Dass damit der Streit entschieden wäre ist natürlich mitnichten der Fall. Es werden weiter die Argumente ausgetauscht und Prototypen verglichen, Mitarbeiter angehört und Patentschriften gewälzt. Die Tablet-Prototypen von Toshiba und Knight/Ridder aus den 1990ern darf Samsung wiederum als Beweismittel einbringen, als nächstes soll aber wohl erst einmal Apple Marketingchef Phil Schiller vor dem Tribunal aussagen, wenn es dann am Freitag Abend weitergeht.

Alles in allem eine unglaublich aufwändige Geschichte, aber es geht ja auch um viel Geld. Dem US-Urteil wird eine richtungsweisende Bedeutung zugeschrieben, so dass die Berichterstattung sich häufig darauf konzentriert. In Deutschland wären solche Forderungen wohl nicht durchsetzbar, denn hierzulande muss der entstandene Schaden nachgewiesen werden, während in den USA auch potentielle Schäden ersetzt werden können.

About the author  ⁄ Matthias Schleif

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