Apple verlagert iMac-Produktion zurück nach USA – teilweise

Apples neue iMac-Rechner werden offenbar zum Teil wieder in den USA gefertigt, so man denn das Zusammenschrauben vorgefertigter Teile wirklich so beschreiben kann. Jedenfalls ist auf den Aufklebern einiger neuer Modelle jüngst die Aufschrift “Assembled in USA” entdeckt worden. Und das darf man ja auch nicht, ohne gewisse Bedingungen zu erfüllen.

Die Verlagerung der Produktivwirtschaft in fremde Länder spielte nicht nur bei der letzten Präsidentschaftswahl in den USA eine große Rolle, sondern wird auch hierzulande immer wieder beklagt. Die weitaus größere Verantwortung dafür tragen aber die Firmen selbst, weswegen auch diese sich zunehmend mit der Kritik auseinander setzen müssen. Apple reagierte darauf nun in der Form, Teile seiner iMac-Produktion wieder in die USA zurück zu verlagern.

Ein Punkt, sich bei den Kunden wieder beliebter zu machen, besteht eben in der Rückführung von Arbeitsplätzen in den heimischen Sektor, auch wenn das die Produkte prinzipiell unnötig verteuert und die Arbeitsplätze es in Qualität und Summe möglicherweise nicht wert sind. Häufig wird außerdem argumentiert, die Qualität der Produkte nehme dadurch ja auch wieder zu, was angesichts der mittlerweile sehr hochwertigen Ergebnisse aus asiatischen Produktionsstätten aber kaum haltbar sein dürfte.

Dass auf Apples neuen iMacs nun also “Designed in California” (“entworfen”) und “Assembled in USA” (“zusammengebaut”) steht, mag den wirtschafts-fixierten Durchschnittsamerikaner kurzfristig befriedigen, “manufactured” (“gefertigt”) wird davon in den USA aber im Prinzip gar nix, weswegen der positive Effekt sich auch mehr als “in Grenzen” halten dürfte. Im Gegenteil sollte man vielleicht noch nicht einmal auf gute Ergebnisse in Form von weniger Arbeitslosen hoffen, denn das könnte den Bedarf bei dringenden Bildungsausgaben wieder aus dem Fokus rücken. Der “Kampf um Jobs” ist so jedenfalls kaum zu gewinnen.

Es hat zwar auch schon deutsche Konzerne gegeben, die ihre Produktion in die Heimat zurück verlagert haben, doch das ist eben nicht bei allen sinnvoll. Der positive wie auch der negative Beigeschmack, den die Rückverlagerung in die Heimat bzw. die Verlagerung ins Ausland bei den Kunden hinterlässt, verblasst in der Regel sowieso so schnell, dass das auf die Verkaufszahlen am Ende nur sehr wenig Einfluss hat.

Also: Sinnvolle Aktion oder kapitalistische Augenwischerei? Was meint ihr?

About the author  ⁄ Matthias Schleif

Blogger mit Bastelneigung, kaufmännischer Ader und sozialem Anspruch, seit 2008

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