Apple vs Vine: Wer hat denn nun das Porno-Problem?

Erst war Vine die “Empfehlung der Redaktion”, dann warnte Apple plötzlich vor der App und nun steht das Tool wohl kurz vor seinem Rausschmiss aus dem iOS App-Store. Der ist aus verschiedenen Gründen aber nicht so einfach, so dass sich fragt, für wen der inhaltliche “Schmutz” eigentlich wirklich ein Problem ist.

Verzichtet Apple auf eine App, verzichten sie damit einerseits auf Umsätze, unter Umständen lässt man so aber auch innovative Entwicklungen an sich vorbei ziehen. Das kann natürlich nicht das Ziel eines innovativen Konzerns sein, bahnt sich aber mit dem Streit mit Vine als Problem am Horizont an. Nach 500px steht wohl der nächste Kandidat fest, dem zu freizügige Inhalte zum Verhängnis werden könnten.

Aber was hat Vine denn überhaupt gemacht?

Eigentlich handelt es sich bei Vine um eine Art Videotwitter-Dienst, der per App aufgenommene 6-Sekunden Filmchen in der Timeline der Freunde sichtbar macht. “Dass”, wie Carsten bei mobilegeeks.de wohltuend lustig schreibt, “es da draussen sehr viele Menschen gibt, denen bei einer Kamera als erstes einfällt, ihr Genital damit zu filmen und zu veröffentlichen” passt Apple natürlich nicht in seinen puritanischen Kleinkram. Noch schlimmer, wenn es sich auch noch “hauptsächlich um Penisse handelt, was man normalerweise sieht, wenn Kameras und gelangweilte Männer” zusammen kämen, wie techchrunch meint.

Sicher, die Twitter-Tochter Vine weist darauf hin, dass man “anstößige” Inhalte melden kann, womit der stetige Zufluss solcher Videos aber nicht gestoppt wird. Apple hätte wohl gern ein paar vorauseilende Vorsichtsmaßnahmen, diesen Content zumindest besser identifizieren oder umschiffen zu können. Die bisherige Möglichkeit, einmal als “unangemessen” eingestufte Videos mit einem “wollen Sie wirklich?” Zusatzklick zu sichern, genügt dem Appstore-Betreiber wohl noch nicht. Andererseits möchte Vine sicher auch nicht “rausfliegen” so dass von einer gewissen Bereitschaft, Cupertino entgegen zu kommen, ausgegangen werden kann.

Wer am Ende wirklich das Porno-Problem hat, bleibt also erstmal unklar. Entgegen der beiden Berichte von mobilegeeks und theverge haben momentan aber wohl beide das Problem!

About the author  ⁄ Matthias Schleif

Blogger mit Bastelneigung, kaufmännischer Ader und sozialem Anspruch, seit 2008

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