AVM-Beschwerde von Bundesnetzagentur abgelehnt: Routerzwang weiter erlaubt

Die Bundesnetzagentur hat eine Beschwerde von AVM, Hersteller der bekannten “Fritz!Boxen”, abgelehnt, in der es darum ging, ob man Kunden die Benutzung eines bestimmten Routers vorschreiben darf. Im konkreten Fall ging der ISP sogar so weit, Endkunden die Herausgabe der Zugangsdaten zu deren “eigenen” Routern zu verweigern, woraufhin AVM Beschwerde eingereicht hatte.

Die “allgemeine Vertragsfreiheit”, also im Kern die Möglichkeit, die eigenen AGBs so zu gestalten, wie man möchte, hängt die Bundesnetzagentur also höher, als das Recht der Kunden zur Nutzung des Anschlusses auf die von ihnen gewünschte Art. Dazu ist es allerdings erforderlich, die Leistung genauer zu definieren.
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Galt es bis dato immer als selbstverständlich, dass der eigene Anschluß an der Wand beginnt, definieren das einige Provider nun aber ganz anders. Da – besonders bei den Fritz!Boxen – über die Router auch Telefoniefunktionen ermöglicht werden, die der Kunde konkret einkauft, beginne sein Anschluß erst “hinter der Box”, so die Argumentation. Dieser hatten die Aufseher der Netzagentur wohl nur wenig entgegen zu setzen, so dass der Beschwerde nicht statt gegeben wurde.

Wem es also wichtig ist, einen eigenen Router zu betreiben oder zumindest im Zweifel nicht gebunden zu sein, der sollte sich die AGBs nun also noch aufmerksamer durchlesen, als bisher. Andere Kunden mögen dagegen froh sein, sich damit nicht rumschlagen zu müssen, wenn mal etwas nicht klappt, denn wenn der Router zum Funktionsumfang gehört, muss auch der Provider dessen Funktionieren sicher stellen.

Wie dem auch sei, vermutlich wieder ein Versuch großer Firmen, die Anwender in ihre “Nutshells” zu bringen. Gut, dass es immer Alternativen geben wird, denn dass alle so vorgehen müssen, das hat die BNA ja nicht entschieden.

About the author  ⁄ Matthias Schleif

Blogger mit Bastelneigung, kaufmännischer Ader und sozialem Anspruch, seit 2008

One Comment

  • Antworten
    23. Januar 2013

    Ist zwar nicht uneigennützig von AVM… aber trotzdem unterstützenswert!