Bestechungsvorwürfe: Foxconn erneut im Kreuzfeuer der Kritik

Bereits im September 2012 wurden wohl zwei mittelmäßig hoch angestellte Manager aus dem Einkauf des Auftragsfertigers Foxconn von der chinesischen Polizei in Gewahrsam genommen, wie erst heute bekannt wurde. In einer etwas umständlichen Weise erklärt Foxconn, dass es sich bei den Vorwürfen um die Annahme von Bestechungsgeldern handelt, und dass sie leider stimmen.

Noch sind die Ermittlungen zwar nicht ganz abgeschlossen, aber die Einlassungen Foxconns lassen eigentlich kaum noch eine andere Möglichkeit offen, als die Beklagten schuldig zu sprechen. Da so etwas natürlich auch immer auf die Firma als Ganzes zurück fällt, versichert Foxconn, weitreichende interne Kontrollmaßnahmen ergriffen zu haben und auch in Zukunft besser aufzupassen.

Wie sie das machen wollen, ist allerdings fraglich. Denn in der Regel passieren solch kleine Aufmerksamkeiten an Einkaufs-Manager ja eher außerhalb der eigentlichen Arbeitsumgebung und -zeit. Dass von den Begehrlichkeiten der zuliefernden Kundschaft gerade die Einkaufsmanager am ehesten profitieren können, ist auch nicht gerade etwas Neues und in Deutschland auch erst seit wenigen Jahren illegal.

Im Namen des Kampfes gegen den Raubtier-Kapitalismus muss man aber wohl wenigstens versuchen, etwas dagegen zu tun ;) …und im Fall von Foxconn wohl auch wegen der eigenen Reputation. Dass kurzfristig einer der namhaften Kunden – Apple, Toshiba, Dell, Nintendo, Nokia, Sony und viele andere – abspringt, ist insgesamt aber wohl eher nicht zu erwarten.

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About the author  ⁄ Matthias Schleif

Blogger mit Bastelneigung, kaufmännischer Ader und sozialem Anspruch, seit 2008

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