BlackBerry 10 Deutschland Event: Konzentrieren auf die Unterschiede

Das neue BlackBerry 10 Betriebssystem und die zugehörige neue Hardware in Form des Blackberry Z10 vorzustellen, machte der Blackberry-Tross gestern in Köln Halt und erklärte auch uns Deutschen mal im Einzelnen, wodurch man sich von der Masse der Mobilgeräte abzuheben gedenkt. Und, ja, es gibt da so ein paar Punkte…

So, wie Blackberry vor einigen Tagen seine Neuentwicklung der Weltöffentlichkeit präsentiert hatte, taten sie dies also auch gestern in der köllschen Vulkanhalle speziell für die deutschen Partner. Zu diesem Anlass selbst zu sprechen, wollte sich der CEO Thorsten Heins nicht nehmen lassen, wie dieser gleich zu Beginn seiner Ansprache erläuterte. Und das war wohl auch gut so.

Businesspartner und -kunden, und die will Blackberry ja besonders ansprechen, wollen eben ein wenig mehr umsäuselt werden und wollen und sollen sich ja auch wichtig genommen fühlen, und da ist die direkte Ansprache des obersten Firmenlenkers schon eine ganz sinnvolle Maßnahme. Für mich war da eher interessant, dass Blackberry 10 auf dem freien QNX-Betriebssystem aufsetzt, denn das wusste ich noch nicht.

Unterschiede

Ja ja, das Essen war auch lecker, aber ich hatte ja versprochen, mich nicht davon beeinflussen zu lassen. Daher nenn ich das, was Blackberry als Vorteile und Verkaufsargumente nennt, lieber mal die “Unterschiede”. Manche, beispielsweise visuelle Effekte muss ja auch nicht jeder mögen. Mir haben viele Sachen trotzdem gefallen.

Bleiben wir mal bei der Basis “QNX” Betriebssystem: dieses wurde zwar im Prinzip schon in den 1980er Jahren entwickelt, findet sich aber laut Heins in nahezu allen modernen Fahrzeugsystemen wieder. So habe man nicht nur die direkteste Anbindung der KFZ-Systeme in Händen, sondern könne “als Blackberry-KFZ-System” verstanden und eingesetzt werden. Eine Kooperation mit einem AMG-Mercedes Rennstall soll darüber in nächster Zeit weitere Auskunft vermitteln.

Zu zeigen, dass die Blackberry-World schon genügend Apps hat, wurden dann noch einige davon vorgeführt, wie zum Beispiel die der Welt Online. Der Kritik, es fehle noch an zu vielen Programmen, begegnete der Hersteller mit dem Hinweis auf deren Sonderstatus. Abgesehen davon, dass es sich bei der Entwicklung weiterer Apps wohl nur um eine Frage der Zeit handeln wird, bezögen sich viele App-Wünsche auf “nur selten oder nur sehr regional” benötigte Funktionen.lseries_black_eng_front_4glte1

Soft Skills

So viel zu den technischen Unterschieden, doch wie siehts mit dem Konzept und der Haptik des Betriebssystems Blackberry 10 aus? Hier ist sicher die klare Trennung von geschäftlichem und privatem Bereich hervor zu heben, die auch noch kindersicher mit einem Passwort abgegrenzt werden kann. Im Mittelpunkt des Systems allerdings im Prinzip steht immer der “Hub” mit den gesammelten Nachrichten, aber auch die Übersicht der geöffneten Programme kann ein guter Einstiegspunkt sein.

Da diese Übersicht mit einem Swoosh von unten jederzeit erreichbar ist, hat man auch nie das Gefühl, die Übersicht zu verlieren oder nicht mehr rauszukommen aus irgendeinem Programm. Von hier aus lassen sich einzelne Apps wie in einem Taskmanager killen oder starten, rechts davon befinden sich dann weitere App-Buttons und links davon der Nachrichten-Hub.

Dieser, und das ist eben das “andersartige” an diesem Feature, liegt eigentlich immer “unter” den eigentlichen Aktionen, die im Vordergrund ablaufen. Wie man auch im Video sieht, lässt sich diese “Sammelstelle für Nachrichten aller Art” (Mail, Twitter, Facebook, etc) jederzeit aufrufen, wenn man nach dem Hochschieben nicht loslässt, sondern nach rechts weiter wischt. Findet sich dort nichts neues, verdeckt man den Hub eben wieder mit einer “Vordergrund-App”.

Was hier ein wenig holprig klingt muss man sicher ein, zweimal ausprobiert haben, bis es richtig eingängig flufft. Abgesehen von irgendwelchen Bildbearbeitungstools oder dergleichen, verhältnismäßig unwichtigem Zeug, glänzt vor allem die GUI mit ihren edlen Übergangseffekten. Diese kann man sich ebenfalls im Video ansehen, die mindestens genauso gut funktionierende Sprachsteuerung und das witzige Feature des Keyboards, über diversen Buchstaben passende Worte anzubieten, hab ich leider verpasst, kann man sich aber schon sehr bald in deutschen Vodafone- oder o2-Läden ansehen.

Hands on

Die Tische, an denen wir nach den Ansprachen und Vorführungen die Systeme dann einmal ausprobieren konnten, waren mit weißen und schwarzen Blackberry Z10 bestückt, eins der kleineren Q10 Modelle suchte man allerdings vergeblich. Möglicherweise möchte Blackberry mit diesem nochmal auf der CeBIT für ein wenig Aufsehen sorgen, worauf das ein oder andere Detail hinwies. Nichtsdestotrotz konnten ja die Z10 Smartphones begutachtet werden, von denen die weißen einen etwas “glatteren” und die schwarzen einen etwas “gummierteren” Eindruck hinterließen. Möglicherweise ist das Absicht. um dem “Radiergummieffekt” am weißen Modell entgegen zu wirken. Hier trieb sich dann auch der “Promi des Abends” Boris Becker relativ lange rum, der im Übrigen beim einzigen, nicht funktionierenden Test des Abends – Bildtelefonie per Blackberry – dabei war.

Intensiv mit BB10 beschäftigt: Namensvetter Boris Becker

Intensiv mit BB10 beschäftigt: Namensvetter Boris Becker

Doch das sind natürlich gegenüber den eigentlichen Daten vergleichsweise unwichtige Details, auf die ich mich gar nicht weiter einlassen wollte. Mein Fazit, dass Blackberry mit dem eigenen System einen mutigen, aber richtigen Schritt wagt, ändert das eh nicht. Ein Blackberry Android, was hätte das schon bringen sollen?

Fragt sich am Ende nur, warum ich kein Testgerät bekommen habe.. ;(

About the author  ⁄ Matthias Schleif

Blogger mit Bastelneigung, kaufmännischer Ader und sozialem Anspruch, seit 2008

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