Blackberry 10: RIM will wieder “substanzielle” Rolle spielen

Dem kanadischen Hersteller “Research in Motion” (RIM) steht nun seit guten einem Jahr der deutsche Thorsten Heins als CEO vor, doch noch lassen die Erfolge auf sich warten. Im Interview mit der Welt erläutert der Topmanager nun, warum er RIM bald wieder eine substanzielle Rolle im Smartphone-Markt zutraut und wie er das machen will. Und einige Ideen sind echt gut.

Saubere Trennung zwischen Business und Privat

Um seinem Ruf und den Erwartungen der Kunden an Blackberry als Business-System gerecht zu werden, hat RIM beim kommenden Blackberry OS 10 sehr auf die einfache Integration in vorhandene Businesstrukturen geachtet, gibt der Chef zu Protokoll. Hierzu gehört vor allem eine saubere Trennung zwischen privatem und beruflichem Bereich, die im Blackberry OS sogar so weit geht, dass noch nicht einmal kompatible Verschlüsselungsalgorithmen für die beiden, auch mit getrenntem Zugang ausgestatteten Bereiche, verwendet werden.

Ansonsten ist es sicher auch als Vorteil zu bezeichnen, dass Android-Apps auf schnelle und einfache Art zu BB10 konvertiert werden können. Zumindest stehen deswegen schon diverse Apps zur Verfügung, die von Entwicklern eingereicht wurden. Langfristig sehe man einen Pool von etwa 70.000 Programmen aber durchaus als ausreichend an, lässt Heins durchblicken.
Besonders angesichts der Vielzahl Android-Apps, die nach dem Download nur wenige Male benutzt wurden, meint Heins, dass Qualität vor Quantität gehe, womit er im Prinzip natürlich Recht hat. Eine Monetarisierung funktioniere bei Blackberry Apps besser, wie auch verschiedene Daten zeigen würden. Dass sich besonders Programme für den Unternehmensbereich aufgrund der höheren Anforderungen besser verkaufen lassen und außerdem einen höheren und konstanteren Umsatz versprechen, sei dafür ursächlich verantwortlich.

Schöne Swipe-Funktionen am neuen BB10

Schöne Swipe-Funktionen am neuen BB10

Zitat: Das Leben geht natürlich immer weiter. Aber es ist schon so, dass dies ein ganz entscheidender Moment und Meilenstein für Research In Motion ist.

Weitere Geschäftsbereiche angestrebt

All das liest sich schon nicht schlecht, aber Heins legt mit der Integration von BB10 in Automobilen noch einen nach. Meines Wissens arbeitet RIM diesbezüglich seit einiger Zeit mit Porsche zusammen, worauf der CEO aber nicht weiter eingeht. Dennoch hat er ja auch damit Recht, dass Car-Automation ein vielversprechendes Geschäftsfeld – gerade für den Businessbereich – ist. Je nach dem, welche Partner die Kanadier diesbezüglich noch an Land ziehen kann, wird auch das die Verbreitung beschleunigen. Doch nichts ist unmöglich, sagt der Chef ja auch selbst.

Insgesamt also eine verdammt realistische Einschätzung der Erfolgsmöglichkeiten, die RIMs CEO von seinem kommenden “Baby” gegenüber der Welt hier äussert. Dass dieser auch die Gefahren eingesteht, gegen Apple, Google und Microsoft möglicherweise nicht bestehen zu können, ist ebenso wohltuend realistisch.

Jetzt wird vor allem wichtig sein, die passende und überzeugende Hardware anzubieten, die ebenfalls in Kürze vorgestellt werden wird, Dann träten vielleicht auch andere Hersteller mit dem Wunsch an RIM, so die Hoffnung, BB10 zu lizensieren, womit eine weitere Verbreitung und Bedeutung gesichert wäre; RIM eine “substanzielle” Rolle wieder erobert hätte.. Bis dahin wird es zwar noch ein wenig dauern, “dass” das kommende Blackberry-Phone dazu prinzipiell in der Lage ist, davon ist der Deutsche aber scheinbar restlos überzeugt.

About the author  ⁄ Matthias Schleif

Blogger mit Bastelneigung, kaufmännischer Ader und sozialem Anspruch, seit 2008

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