Das ASUS Padfone 2 im Test – Benchmarks und mehr

ASUS hat sich mit der Padfone-Serie eine äußerst interessante Kombi aus Smartphone und Tablet-Display erdacht und legt nun kräftig nach: Das ASUS Padfone 2 macht dem Android-Fanboy schon mit seinen Tec-Specs den Mund wässrig und sieht dazu auch noch richtig schick aus. Wir schauen uns das heiße Teil für euch im Review genauer an!

1. Technische Daten

 Bezeichnung:  Padfone 2
 Hersteller:  ASUS
 Kategorie:  Smartphone
 Preis:  ab 799€
 Farbvarianten:  schwarz, weiß
 Abmessungen (H x B x T):  Smartphone: 137.9 x 68.9 x 9 mmPad: 263 x 181 x 11 mm
 Gewicht:  Smartphone: 135 g; Pad: 514 g
 Betriebssystem:  Android 4.0.4
 Akku-Kapazität:  Smartphone: 2140 mAh; Pad: 5000 mAh
 Display: Smartphone: 4,7 Zoll mit 1280 x 720 Pixeln, Super IPS, Corning Glass; Pad: 10,1 Zoll mit 1280 x 800 Pixeln, Super IPS, Corning Glass
 CPU:  Qualcomm Snapdragon S4 Pro Krait (Cortex-A15 class) Quad-Core 1.5GHz mit Adreno 320 graphics
 Arbeitsspeicher:  2 GB LPDDR2 RAM
 Speicher:  16GB/32GB/64GB, nicht erweiterbar
 Netzstandards:  LTE/WCDMA HSPA+ UL:5.76 Mbps/DL:21 MBit LTE UL:50 MBit/DL:100 MBit 3G : WCDMA :900/2100 2G : EDGE/GPRS/GSM : 850/900/1800/1900, 4G: LTE: 800/1800/2600
 Kamera:  Phone: Hauptkamera 13 Megapixel mit Auto-Fokus, Blende F2.4, Frontkamera 1.2 Megapixel; Pad: Frontkamera 1 Megapixel

 

2. Verpackung und Lieferumfang

Verpackung des ASUS Padfone 2

Das Padfone-Set kommt in einer elegant-schwarzen Pappverpackung, die Bilder statt vieler Worte sprechen lässt. Im Inneren finden sich die beiden Geräte, die mit einer rundherum gehenden Schutzfolie versehen sind, und sich dank Laschen leicht herausheben lassen.

Padfone 2-Set

Unter den Geräten findet sich das Zubehör und die Kurzanleitungen sowie Garantiehinweise zu Pad und Phone. Mitgeliefert wird ein 13-Pin-Ladekabel , ein Netzadapter, Kopfhörer, drei verschiedene Kopfhörer-Aufsätze, sowie ein kleines Büroklammern-Tool zum Öffnen des SIM-Karten-Slots.

Zubehör des ASUS Padfone 2

 

Ladekabel des Padfone 2

Tool zum Öffnen des SIM-Slots

 3. Äußerer Eindruck – Design, Verarbeitung und Handhabung

Das ASUS-Smartphone bietet satte 4,7 Zoll Bilddiagonale und liegt durch das schmale Format dennoch angenehm leicht und griffig in der Hand. Das tropfenförmige Design des Padfone 2 mit seiner abgeflachten unteren Kante und den silbernen Seitenelementen aus gebürstetem Aluminium weiss zu gefallen, und bietet rundherum eine gute Verarbeitung mit sauberen Spaltmaßen. Die Corning Gorilla Glass-Oberfläche umfasst bis auf das abgeflachte Ende die gesamte Front.

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An unterseitigen Anschlüssen bietet das Padfone 2 einen 13 Pin Dock Connector, welcher Micro USB 2.0 sowie Mobile High Definition Link für HDMI unterstützt. Das Ladekabel hierzu macht allerdings einen tendentiell fragilen Eindruck, sodass man hier beim Einstecken etwas vorsichtiger sein sollte. Handelsübliche MicroUSB-Ladekabel passen auch, rutschen allerdings leicht heraus, weshalb hier in den meisten Fällen spezielles ASUS-Zubehör vonnöten sein dürfte.

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Oberseitig findet sich der mittig platzierte 3,5mm-Klinkenanschluss für Kopfhörer, sowie seitlich davon der Micro-SIM-Karten-Schlitten. Dieser kann mit dem kleinen Büroklammern-Tool problemlos geöffnet und herausgenommen werden. Wie bei anderen Smartphones auch bedeutet diese Platzierung allerdings für den User: Finger weg vom Akku. Ein Akkutausch ohne Garantieverlust ist wegen eines kleinen Siegels eigentlich nur durch einen Fachhändler möglich.

Kopfhöreranschluss des Padfone 2

ASUS hat sowohl den Power-Taster als auch die Lautstärkeregelung auf der rechten oberen Seite des Geräts platziert. Der Lautstärke-Wippschalter kann mit klarem Druckpunkt glänzen, während die Power-Taste leicht schwammig wirkt.Seitliche Buttons

Die Rückseite des Padfone 2 bietet mit der strukturierten Oberfläche in konzentrischen Kreisen eine wirklich schöne und hochwertige Optik, wobei das Material glatt für Metall statt Kunststoff gehalten werden könnte. Edel!

Rückseite des Padfone 2

Die Kameralinse fügt sich glatt in die Rückseite ein – ein großer Pluspunkt, wenn man bedenkt, dass die Konkurrenz oft leicht erhabene Kameralinsen einsetzt, die entsprechend oft auch ungewollter Angriffspunkt für Beschädigungen wie Kratzer oder Risse durch Stürze oder unsaubere Oberflächen, auf die das Smartphone gelegt wird, werden können. Unter der Kameralinse befindet sich der LED-Blitz, und seitlich davon wurde der Lautsprecher platziert.

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Das Tablet im 10-Zoll-Format bietet einen Rahmen in angenehmer Breite, ebenfalls Corning Gorilla Glass, und wiegt ohne das Phone 514 Gramm.

Padfone 2 Station

Auf der linken Geräteseite wurde die Lautstärke-Wippe platziert, während sich der Power-Knopf oben links befindet.

Padfone 2 Tablet Lautstärke-Regler

Der 13-Pin Dock Connector ist an der Geräteunterseite mittig platziert, ein passendes Tastatur-Dock wie beim Vorgänger hat ASUS unverständlicherweise noch nicht auf den Markt gebracht.

Anschlüsse des Pads

Die Rückseite der Padfone 2-Station ist im Gegensatz zum Smartphone aus gummiertem Kunststoff und bietet guten Halt – dafür ist die Oberfläche aber leider auch anfällig für Fingerabdrücke. Der Einschub fürs Phone ist nicht wie beim Vorgänger-Modell mit einer Klappe abgedeckt und waagerecht, sondern wurde senkrecht und offen platziert. So kann das Padfone 2 ganz einfach gemäß des Hinweisbildchens ins Tablet-Dock hineingeschoben werden, wobei das Gerät beim Andocken kurz eine Rückmeldung in Form einer Vibration gibt und das Tablet sofort benutzt werden kann. Die offene Konstruktion wird ohne Smartphone leider so gar nicht vor Schmutz und Staub an den Kontakten geschützt, hier gilt es also, etwas vorsichtiger mit dem Gerät umzugehen.

Rückseite des Tab

Der Einschub für das Padfone 2 ist leicht erhaben, sodass das Tablet zugunsten einer allgemein schmaleren Bauweise nicht plan aufliegt. Das stört zwar nicht beim Surfen auf der Couch, wird bei der liegenden Benutzung auf dem Tisch allerdings zu einer leicht kippeligen Angelegenheit. Ingesamt ist das Konzept, unter dem die beiden Geräte  sitzt das Padfone 2 aber bombenfest in der Station und löst sich auch durch Erschütterungen nicht.

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4. Benchmarks

Das Padfone 2 liefert durchaus eindrucksvolle Ergebnisse im Benchmark – hier ist der Qualcomm Snapdragon S4 Pro mit seinen 1,5 GHz deutlich zu spüren.

Im AnTuTu Benchmark v3.0.3 kommen wir auf einen Gesamtscore von satten 20.397 Punkten. Das Nexus 4 liegt hier trotz gleichem Prozessor nur bei 18.096 Punkten laut internem Scoreboard.

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Im Quadrant Standard erreicht unser Padfone 2 einen Score von 7.575 Punkten.

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Im Browser-Benchmark HTML5 des Vellamo 2.0.2 erreicht unser Testgerät 1.991 Punkte.

Vellamo HTML 5 Benchmark

Im Vellamos Metal-Benchmark werden einige Tests der CPU, des RAMs und dem Flash-Speicher vorgenommen. Hier erreicht das Padfone 2 608 Punkt und liegt leicht unter dem HTC One X, welches 613 Punkte laut Scoreboard erreicht.

Vellamo Metal Benchmark

 

5. Kamera

Das ASUS Padfone 2 ist mit einer 13 Megapixel-Kamera ausgestattet, die mit einer Blende von f/2.4 agiert. Diese liefert bei guten Lichtverhältnissen ansprechende Bildergebnisse, wobei die Kamera-App von ASUS  besonders durch die Vielzahl an Einstellmöglichkeiten punkten kann. Nebst verschiedensten Filtern wie Lomo, Vintage, Sepia und mehr stehen etliche Modi für unterschiedliche Umgebungen wie Party, Schnee, Sonnenuntergang, Nachtaufnahmen sowie HDR (High Definition Range)-Aufnahmen und ein Beauty-Modus zur Verfügung.

Ein ausführlicher Blick in die zahlreichen Möglichkeiten lohnt sich definitiv.

Und was ist das schönste Motiv für Testbilder? Ungesunde Süßigkeiten natürlich! ;) Ein Klick aufs Bild führt zum Vollformat.

Testbild ASUS Padfone 2

ASUS Padfone 2 Testbild

 

ASUS Padfone 2 Testbild

Dieses Bild wurde mit maximaler Zoomstufe freihand aufgenommen:

Maximale Zoomstufe

 

Videos können in 1080p aufgenommen werden, wobei auch 720p bei 60 fps möglich sind. Wir haben unsere Testvideos in recht trübem Licht mit 1080p aufgenommen:

Wie man sieht, neigt die Aufnahme in Maximalqualität zum Ruckeln, wobei sich dies teilweise natürlich auch auf die unruhige Kameraführung einer Freihand-Aufnahme zurückführen lässt. Auch der Mindestabstand des Objektivs verhindert wirkliche Nahaufnahmen. Es handelt sich aber natürlich immer noch um eine Smartphone-Kamera mit geringem Durchmesser, daher lassen sich hier schon bauartbedingt keine Wunder erwarten. Für Schnappschuss-Aufnahmen genügt die Kamera allemal – und unter besseren Lichtverhältnissen sieht das Ergebnis sicherlich auch deutlich besser aus.

 Display

Hier gibt ASUS für das Smartphone einen Wert von 550nit oder cd/m² an – das sorgt gemeinsam mit einer Pixeldichte von 312 ppi für eine tolle, kontrastreich-knackige Darstellung, die wirklich Spaß macht und sehr gut im Sonnenlicht ablesbar ist. Zum Vergleich: Das Samsung Galaxy S3 liefert in Tests 330 cd/m², und das iPhone 5 bietet 580 cd/m².

Die Padfone 2 Station liegt mit einer Auflösung von 1.280 x 800 Pixeln auf 10,1 Zoll bei einer deutlich geringeren Pixeldichte vom 150 ppi. Hier liegt die Konkurrenz also mehr als eine Nasenlänge vorn. Zum Vergleich: Das Nexus 10 liefert 300 ppi, und das iPad mit Retina-Display 264 ppi.  Wer das Padfone 2 Tablet für hochauflösendes Video- oder Bildmaterial verwenden möchte, ist daher  im Hinblick auf die deutlich höherwertige Konkurrenz angeschmiert. Wer das Gerät allerdings nur zum “Couch-Surfen” verwendet und als schönes Extra betrachtet, dürfte dies verschmerzen können.

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6. Akku

Mit einer Akkukapazität von 2140 mAh und den ausgefeilten Energiespar-Optionen “Smart Saving” lässt sich mit dem Padfone 2 auch bei intensiverer Nutzung mit Surfen, eMails checken etc. sehr gut über den Tag kommen. In unserem Test mussten wir das Gerät durchschnittlich alle 2 Tage zum Laden anschließen.

Ein ganz besonderer Clou in Sachen Akku ist die Tatsache, dass die Padfone 2 Station über einen eingebauten Akku mit satten 5000 mAh Kapazität verfügt! So kann ein fast leeres Padfone 2 einfach in die zugehörige Station gesteckt werden, welche dann das Smartphone auflädt. Gemeinsam bieten beide Geräte also 7140 mAh Akku-Kapazität, was sich auf längeren Reisen und natürlich auch im Alltag als absolut praktisch erweist.

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7. Sound

Neben der Kameralinse befindet sich der Lautsprecher des Padfone 2, der erstaunlich gut klingt. Der Radio-Stream unseres Lieblingssenders Star FM macht hiermit in Anbetracht der Größe wirklich Spaß. Mittels AudioWizard, einer ASUS-eigenen vorinstallierten App, lässt sich zwischen 5 verschiedenen Sound-Modi für Sprache, Musik, Film, Spiel und Aufnahme wählen. Hier klingt eindeutig die Sprach-Modi am besten, wobei der Sound in höheren Lautstärken zum Übersteuern neigen kann. Hat man versehentlich den Musik-Modus eingeschaltet, klingen Telefongespräche extrem übersteuert und unklar – im Sprach-Modus hingegen ist die Sprachqualität sehr gut.

Im Tablet ist leider auch nur ein Lautsprecher verbaut, dieser klingt aber dank der Klangverbesserungstechnik SonicMaster erstaunlich gut und überzeugt beim Musik hören und Filme schauen.

Lautsprecher des Asus Padfone 2

8. Fazit

Was für eine Kombination, auf die ASUS da gekommen ist – ein Top-Smartphone, welches traumhafte Benchmark-Werte liefert und mit tollem Display, 13 Megapixel-Kamera, edler Optik und modernster Konnektivität (Stichwort LTE) ausgestattet ist, wird ergänzt durch eine Tablet-Station, die als größeres Display mit massig Akku-Kapazität für das Smartphone agiert.

Auf der Haben-Seite steht also eine Menge – wer allerdings wert auf zwei Einzelgeräte legt, wird bei Google mit dem Nexus 10 sowie dem Nexus 4 fündig, die in der 32GB bzw. 16GB-Variante gemeinsam auf einen Preis von 849€ kommen. Apple-Fans müssen für eine ähnliche Geräte-Kombi, bestehend aus einem iPhone 5 16GB und einem iPad 4 Wi-Fi + Cellular 16GB satte 1350€ hinblättern, wobei das iPad dann auch eine deutlich höhere Pixeldichte bietet.

Hier kommen allerdings zwei wichtige Argumente für die Geräte-Kombi nicht zum Tragen: Der Nutzer braucht einerseits keine zwei Mobilfunkverträge für die beiden Einzelgeräte abzuschließen, und kann andererseits nahtlos Inhalte ansehen, statt dieselben Dateien jeweils auf beide Geräten zu übertragen und zu speichern, oder doppelt streamen zu müssen.

Was dem Padfone 2 allerdings fehlt, ist die Möglichkeit zur Speichererweiterung, sowie eine konkurrenzfähige Pixeldichte beim Tablet. Auch mit dem 13-Pin-Connector, der einen empfindlichen Eindruck macht, sollte man wahrscheinlich vorsichtig umgehen.

Insgesamt bietet das ASUS Padfone 2 zu einem Preis von 799€ für die 32GB-Variante, bzw. 899€ für die 64GB-Variante den unglaublich leistungsstarken Nachfolger von einem der innovativsten Produkte der letzten Zeit. Wem die ausgefallene Kombi liegt, sollte sich das ASUS Padfone 2 auf jeden Fall anschauen – mein persönliches Fazit: Gekauft! Das ist mein neues Smartphone. Abschließend bleibt nur noch zu sagen: Kollege und Apple-Fanboy Shu fragt sich jetzt sicher, warum Apple nicht auf diese geniale Idee kam. ;)

+ Performance

+ Verarbeitung

+ Display des Phones

+ Interessantes Kombi-Gerät für nahtlose Nutzung

- Speicher nicht erweiterbar

- Keine Full HD-Auflösung bei der Pad Station

 

About the author  ⁄ Pia

Quotenfrau im Technikdschungel. Mag ihr Asus Padfone 2, Nerdstuff und Züge.

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