US-amerikanische Datenschützer suchen neuerdings nach einem besseren Wort für “Smartphone“, da dieses den Kern der Gerätefunktionalitäten nicht mehr treffend beschreiben würde; realistischer seien Ausdrücke wie “Wanze” oder sogar “Handy”. Derweil verkündet Youtube mehr Anonymität zu ermöglichen, in dem Gesichter im Nachhinein unkenntlich gemacht werden können.
“Framing” oder “Reframing” nennt man also das Umtitulieren einer Sache, der man damit bestimmte Eigenschaften zuschreiben möchte. Genauso wie die Grundsicherungsempfänger einst in “Hartzies” umge”framed” wurden sollen in den USA nun auch die Smartphones eine neue Bezeichnung bekommen, die ihren negativen Eigenschaften gerecht wird. Das reine Telefonieren steht nämlich nur noch an fünfter Stelle der meist genutzten Features.
So jedenfalls wünschen es sich einige US-Datenschützer, um das Bewusstsein dafür zu schärfen, was den Ermittlungsbehörden mithilfe der neuen Mobiltelefon-Klasse alles möglich wird. Abgesehen von Ortungs- und Abhörfunktionen seien auch Tracking- und Augmented-Reality-Features prinzipiell zu Überwachungszwecken geeignet: “Wir kaufen Peilsender, mit denen man auch telefonieren kann” fasst einer der Beteiligten die Bedenken zusammen, die sich auch in Anfragen an die Mobilfunkprovider durch die Sicherheitsbehörden belegen lassen.
Diese hätten im Jahr 2011 1,3 Millionen nordamerikanische Nutzerdaten bei den Providern abgefragt, was immerhin 3500 Anfragen täglich sind. Bei der recht großen Population von ~300 Millionen Einwohnern in den USA macht das zwar nur ein halbes Promille…allerdings jeden Tag.
Youtube Face-Blur
Mehr Daten- oder Persönlichkeitsschutz hat man sich offenbar bei Youtube auf die Fahnen geschrieben. Die neu zum Videoeditor hinzugefügte Funktion, automatisch erkannte Gesichter automatisch mit einer Blur-Technik (Verwischung, Unschärfe) unkenntlich zu machen, finden Datenschützer schon besser.
Wer weiß, ob nicht auch Youtube wegen der Vorratsdatenspeicherung gezwungen ist, das Original zumindest für eine Weile vorzuhalten. Der Pressemitteilung zufolge kann das originale Video jedenfalls direkt nach der Änderung gelöscht werden. Von einer Un-Blur-Funktion, um den Vorgang rückgängig zu machen, ist ebenfalls nicht die Rede, aber denkbar.
Vordergründig steht Youtube dennoch erst mal deutlich besser da, auch wenn Bedenken bleiben. Bei den Smartphones ist ja jetzt klar, dass sie Unsicherheitsfaktoren sind.


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