Vielleicht sind die neuen strengen Namensregeln im “social network Nummer eins” ja die Folge davon, dass sich so wenige Mitglieder an der Abstimmung über die neuen AGBs beteiligt haben. Aber es ist ja nichts neues, dass die Beschwerden immer erst dann aufkommen, wenn die Maßnahmen – in diesem Fall die Forderung nach “echten” Namen – durchgesetzt werden.
Es gibt gute Gründe für die Nutzung von Echtnamen und es gibt ganz gute Argumente dagegen, aber es gibt auch Gesetze, an die sich Facebook wie alle anderen halten muss. Dementsprechend können sie zwar “Klarnamen”, die auch als Namen erkennbar sind, fordern, aber sie können eigentlich nicht auf die Nutzung von “Echtnamen” bestehen.
Und trotzdem: genau das versuchen die Netzwerker – laut Caschy vom Stadt-Bremerhaven-Blog sogar inklusive dem Zwang, den Personalausweis per Bild-Upload vorzuzeigen -gerade durchzudrücken. Im Klartext bedeutet das, dass sich auch Jens Müller nicht mehr als Claudia Meier anmelden kann, Namen wie “Ichmeldmichmal zumSpaßan” werden erst recht nicht mehr akzeptiert und wohl langsam aber sicher aussortiert. Somit tritt Facebook das Recht der Nutzer auf “anonyme Nutzung von Telemedien” eigentlich mit Füßen, da die Echtnamen auch nur noch sehr umständlich unsichtbar gemacht werden können. Die fühlen sich dementsprechend ziemlich gegängelt.
Als echte Unverschämtheit empfanden viele auch die Nachfrage der Netzwerker bei Freunden, ob die oder die Person wirklich so heiße, wie sie sich nenne. Kinder nennen das “petzen”, unter uns Erwachsenen heißt das “Denunziation” und eklig ist es allemal. Freunde, die das korrekt beantworten sollte man wohl nicht mehr als solche bezeichnen. Und Facebook machte sich eben auch nicht gerade beliebt damit, allerdings scheint das Vorgehen nun ja durch die Pass-Verifikation ersetzt worden zu sein.
Dieses “sklavisch beamterische” Festhalten an Regeln sind viele Nutzer nicht nur nicht gewohnt, sie sehen das wohl auch eher negativ. Auch wenn allgemein sinnvolle Regeln normalerweise beachtet werden, das geht vielen zu weit. Der Selbstreinigungsprozess wird der Facebook-Community von ihren Machern (oder Geldgebern) aber offensichtlich nicht zugetraut. Inwieweit sie sich mit der Aktion noch innerhalb des gesetzlichen Rahmens befinden sollen im Zweifel die Juristen beurteilen. Bei der Einschätzung der eigenen Bedeutung sind sie aber offensichtlich schwer auf dem Holzweg; ein Leben ohne Facebook IST möglich.
Ganz nebenbei fallen dabei vielleicht auch noch so lustige Gruppennamen wie “Alle Mädchen So Yeah” weg, die ich zu meinen Freunden zählen darf. Und das ist ja wohl zusätzlich schade, oder?
Man wird sehen ob sich am Ende wirklich so viele abmelden wie es angekündigt haben, oder ob der Konzern wegen der Empörungen womöglich wieder umschwenkt, aber eine allgemein etwas geringere Nutzung könnte ich mir schon als Folge vorstellen. Denn wenn man mit etwas erstmal negative Gefühle in Verbindung bringt, lässt man es auch ganz schnell links liegen. Nichts wäre schädlicher fürs Geschäftsmodell des jungen Konzerns…gute Zeiten andererseits, um sich mit der eigenen Plattform als “freiere Konkurrenz” (nein, nicht G+…) zu empfehlen. Gut, dass das passiert bevor die alle in der Versenkung verschwunden sind, Konkurrenz ist ja schließlich gut fürs Geschäft



Oh man, sobald die meinen Perso sehen wollen, bin ich raus aus dem Verein!
Das ist ja schon mehr als dreist…
genau, gibt ja Alternativen…