Google-Mitarbeiter bastelt automatischen Staubsauger-Buchscanner

Buchseiten automatisch umblättern per Staubsauger: Mit dieser kreativen Idee hat Google-Ingenieur Dany Qumsiyeh es geschafft, bis zu 1000 Seiten dicke Bücher in etwa 90 Minuten vollautomatisch zu digitalisieren. In einem Video demonstriert der Erfinder, wie das kuriose Gerät funktioniert.

Bisher arbeiten Scanner so, dass man mühsam jede Buchseite einzeln umblättern und einscannen muss oder – wenn man das Buch vollautomatisch digitalisieren will – dass die Bücher dabei  zerstört werden, etwa weil der Einband vorher entfernt werden muss.

So funktioniert der Linear Book Scanner von Qumsiyeh: Ein Buch wird aufgeschlagen und über eine Bahn gezogen, auf der sich Scanner-Sensoren befinden. Während der Rückwärtsbewegung saugen Düsen die oberste Buchseite an, die dann durch Schlitze automatisch umgeblättert wird.

Wer sich nicht das ganze 30-Minuten Video anschauen mag: Ab Minute 3:30 könnt Ihr den Staubsauger-Scanner in Aktion sehen. :)

Das besondere an Qumsiyehs-Projekt:  Andere existierende Prototypen, die Bücher automatisch einscannen und dabei intakt lassen, waren bisher sehr aufwändige und teure Konstruktionen. Der Google-Ingenieur gibt die Materialkosten für sein Gerät hingegen mit lediglich 1500 Dollar an.

Entstanden ist die Idee innerhalb des 20-Percent-Time-Programm von Google. Hier dürften die Mitarbeiter 20 Prozent Ihrer Arbeitszeit in Projekte investieren, die sonst nicht zu ihrem Aufgabenbereich gehören, später aber einmal Google helfen könnten.

Ganz perfekt funktioniert der Scanner noch nicht, manchmal werden mehrere Seiten umgeblättert, wenn diese aneinander haften. Der Erfinder setzt darauf, dass andere seinen Scanner nachbauen und weiter verbessern und hat die Konstruktionspläne für den Linear Book Scanner als Open Source veröffentlicht.

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About the author  ⁄ Christian Barth

Technikbegeisterter Schreiberling aus dem Norden mit einem Hang zu Windows- und Android-Geräten, der auch in schlechten Zeiten seinem SV Werder die Treue hält.

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