Instagram rudert zurück – und will nun doch keine Nutzerbilder verkaufen

Nach der Empörungswelle, bei der viele Nutzer des Foto-Sharing-Dienstes spontan Ihre Accounts gelöscht hatten, rudert Instagram nun zurück. Instagram-Chef Kevin Systrom räumte in einem Blogbeitrag Fehler ein und sagte zu, die Änderungen in den Nutzungsregeln wieder rückgängig zu machen:  Instagram habe nicht die Absicht, Nutzerfotos zu verkaufen, so Systrom.

Nach der Empörung will man bei Instagram alles nicht so gemeint haben, alles sei nur ein Missverständnis gewesen. Diesen Eindruck erweckt Instagram zumindest jetzt mit seiner Stellungnahme. Es sei nie geplant gewesen, anderen Werbetreibenden die Bilder der Nutzer zur Verfügung zu stellen und dafür Geld zu kassieren.

Im Zuge der aufgeschreckten Nutzerreaktionen haben sich mittlerweile auch Juristen zu Wort gemeldet, die die von Instagram geplanten Änderungen ohnehin für illegal halten, so etwa Anja M. Neubauer im Blog Ihrer Kanzlei:

„Der Urheber hat nunmal einen Anspruch auf Urheberbenennung, Nutzungslizenzen – also entsprechende, angemessene Vergütung etc . … Und nicht nur der Urheber von Bildern hat Ansprüche, auch der nur “Abgebildete” kann nach seinem ihm zustehenden Urheberpersönlichkeitsrecht untersagen, dass sein Konterfei genutzt wird.
Nach Deutschem Recht geht das jedenfalls nicht so einfach, wie Instagram es hier medienwirksam mit dem Hinweis auf die AGB-Änderungen gerade darzustellen versucht!“

Wie auch immer die Änderung der Nutzungsbedingungen von Instagram nun gemeint gewesen ist: Instagram dürfte sich nun darauf besinnen, was das eigene Kapital ist – nämlich die Nutzer – und scheint den Warnschuss der Nutzergemeinde zumindest ernst zu nehmen. Die ganze Stellungnahme von Instagram-Chef Systrom könnt Ihr hier nachlesen.

About the author  ⁄ Christian Barth

Technikbegeisterter Schreiberling aus dem Norden mit einem Hang zu Windows- und Android-Geräten, der auch in schlechten Zeiten seinem SV Werder die Treue hält.

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