Intel Silvermont: Nachfolger der Atom-Serie in den Startlöchern

Welcher Technik-affine Mensch erinnert sich nicht an die Netbooks mit Intel Atom Prozessoren, die es noch immer für kleines Geld und mit leichten Upgrades im Handel gibt? Diese waren zwar recht erfolgreich, wurden aber nach und nach immer mehr von Tablets abgelöst, für die die Atom CPUs wegen ihres recht hohen Stromverbrauchs nur bedingt geeignet waren. Die kommende Intel Plattform “Silvermont” soll das jetzt alles ändern und sogar die großen Konkurrenten von ARM ausstechen.

Wer mit seinem ARM-basierten Tablet oder Smartphone schon mal ein Spiel spielt, wird wissen, dass dadurch die Akkulaufzeit schwer in die Knie geht. Nicht nur diese Balance verspricht Intel mit seinen neuen 22Nm Chips deutlich besser hinzukriegen, zumindest rein rechnerisch ist wohl auch von einer besseren Leistung “pro Watt” auszugehen, wie unter anderem Golem von der Pressekonferenz berichtet.

Realisiert wird das gute Ergebnis vor allem über “Abschaltungen”. In den Silvermont SoCs hat Intel es geschafft, noch mehr einzelne Segmente komplett auszuschalten, wenn diese nicht benötigt werden. So wird beispielsweise die CPU-Power runtergedreht, wenn der GPU die Hauptarbeit zukommt, Hyperthreading wurde abgeschafft, L2-Cache separiert, und dergleichen mehr. Darüber hinaus hat der Chipriese die chip-internen Abläufe mithilfe der 22Nm-Architektur weiter beschleunigen können, wie es heißt. Auch gewisse Fehlerbeseitigungsroutinen konnten verbessert und einige Funktionseinheiten zusammengelegt werden, so dass insgesamt eben eine deutliche Leistungsverbesserung bei geringerer Stromaufnahme erreicht werden konnte. Und genau das ist ja das Ziel der Entwicklungen.

Ob sich dann auch im Alltagsbetrieb die “errechneten” 40 bis 120 Prozent Mehrleistung gegenüber der Konkurrenz bemerkbar machen, hängt nicht zuletzt von der genutzten Plattform ab. Verschiedene Versionen von “Silvermont” sollen in Servern, Embedded Systemen und eben Tablets/Netbooks zum Einsatz kommen, wofür jeweils einige Anpassungen vorgenommen werden müssen.

Im Gegensatz zu den Server- und Embedded-Versionen soll es erste, auf Silvermont basierende Tablets bereits gegen Jahresende zu erstehen geben. Mit einem ersten Referenzmodell ist also in etwa zur IFA 2013 zu rechnen; zu Preisen und sonstigen Ausstattungsmerkmalen wurden aber natürlich noch keine Angaben gemacht.

About the author  ⁄ Matthias Schleif

Blogger mit Bastelneigung, kaufmännischer Ader und sozialem Anspruch, seit 2008

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