Intel vs AMD: Altes Spiel mit neuen Teilnehmern – heute: Haswell tritt an

Auf der Computex in Taipeh hatte Intel vor allem eins im Programm: Prototypen, Designstudien, respektive Referenzmodelle auf Basis der neuen, immerhin schon vierten Generation iCore Prozessoren mit dem hübschen Beinamen “Haswell”. Schon fast traditionell müssen die Taiwaner dann immer erstmal gegen den größten Konkurrenten antreten: natürlich AMD und deren ebenfalls neue Desktop-Plattform “Richland“.

Spätestens seit Beginn des Smartphone und Tablet Booms arbeitet auch Intel an der Integration von Grafikchips auf dem eigentlichen CPU Sockel, um variablere und eigenständigere Systeme vermarkten zu können. Diesbezüglich hat der genannte große Konkurrent AMD schon seit Jahren einen kleinen Vorteil, der aus dem Zusammenschluss mit dem Grafikkarten-Spezialisten ATi (Radeon) vor einigen Jahren herrührt.

Im sogenannten “all day computing” kamen die AMD Chips in dieser Zeit allerdings nur schleppend hinterher. So kommt es auch im Vergleich der beiden Plattformen “AMD Richland vs Intel Haswell” (AMD A6, A8 oder A10 mit Radeon Grafik vs Intel iCore i7-4770K mit integrierter Intel HD 4600 Grafik), dass AMDs APUs nicht wirklich an Intels iCores rankommen.

Kenner werden hier schon bemerkt haben, dass es sich bei Intels Upgrade des Grafikkerns nur um einen Zwischenschritt handeln kann. Beim Wechsel von der zweiten auf die dritte Generation war zumindest der Sprung in der Bezeichnung größer (Intel HD 3000 auf HD 4000, jetzt von HD 4000 auf HD 4600), aber das ist wahrscheinlich dennoch nicht der Grund für Intels Schwächen in diesem Bereich. Auf der Messe hatte man zwar extra ein Modell mit BGA-Sockel gezeigt, wie engadget berichtet, das sich ein wenig stärker präsentierte. Aber das täuscht natürlich nicht über den eigentlichen Eindruck hinweg. Und der ist, dass die Taiwaner noch eine ganze Menge Arbeit vor der Brust haben. Sich in punkto Grafik besser aufzustellen, ist schließlich erklärtes Ziel.

Andersherum geht es eben AMD eigentlich genauso, nur dass deren Schwächen diametral gegenüber liegen. Echte Rechenleistung – beim Öffnen von Programmen, beim Betriebssystem Start, bei der Speicherverwaltung – lässt “Richland”, deren Versionen für Notebooks im Übrigen auch schon vorgestellt wurden, häufig vermissen. Im direkten Vergleich mit Intels Neuentwicklungen besteht ein “Gap” von gut 50%, das sich allerdings auch in einem etwa gleich großen Preisabschlag niederschlägt.

Beide Hersteller spielen im Tablet- und Smartphonebereich keine große Rolle bzw. haben dafür andere Serien im Programm. Trotz der mittlerweile recht hohen Integration von Grafikkernen konnten beide noch nicht wirklich punkten in diesem Bereich, was sicher mit dem größeren Stromverbrauch im Gegensatz zu ARM/Snapdragon-Plattformen zusammen hängt. Können und wollen tun eigentlich beide, wegen der niedrigeren Preise räume ich AMD aber leicht bessere Chancen ein…

About the author  ⁄ Matthias Schleif

Blogger mit Bastelneigung, kaufmännischer Ader und sozialem Anspruch, seit 2008

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