Nach dem Abi ein Jahr nach Südamerika, ok. Aber was für einen Computer gönnt man sich für diese Zeit? Unsere Wahl ist auf das 11.6 Zoll Lenovo ThinkPad X121e ohne Betriebssystem gefallen, auf das wir dann selbst Ubuntu-Linux installierten. Die Gründe für diese Entscheidung sind vielfältig, genau wie der erste Eindruck vom Mini-Thinkpad.
Warum das Thinkpad X121e?
Vor allem in puncto Preis-Leistungs-Verhältnis gibt es, den Bedürfnissen und Erwartungen meiner 19-jährigen Nichte und unserem Geldbeutel entsprechend kaum etwas besseres, als die aktuellen AMD APUs. Im vorliegenden Modell befindet sich eine AMD Fusion E450 APU, die ihrerseits einen Radeon HD-Kern beinhaltet, also eine ordentliche Grafikunterstützung.
Davon abgesehen sollte das Notebook nicht zu schwer und groß sein, wie gesagt, man will weit weg damit. 11.6 Zoll Displaygröße und nur 1,6 Kilogramm, die das Thinkpad X121e auf die Waage bringt, dürften auch im Weltreiserucksack noch Platz finden und tragbar sein. Um bei allen Witterungen ein Bild erkennen zu können ist außerdem ein mattes Display sinnvoll, womit das Lenovo-Notebook ebenso glänzen kann.
Gehäuse und Anschlüße
Apropos glänzen: dankenswerter Weise glänzt am Mini-Thinkpad gar nichts, weder das Display noch das Gehäuse. Am X121e wird gänzlich auf den Einsatz von Klavierlackoberflächen verzichtet, allerdings zu Gunsten eines etwas Plastik-lastigen Look. Speziell der Rahmen um den Bildschirm ist doch recht dick geraten und sieht arg “plastikig” aus. Aber sei´s drum, es ist halt kein Notebook für schick sondern für all-day und dafür scheint es sehr gut geeignet und stabil genug zu sein. Stabiler als die Notebooks der Lenovo-Ideapad-Serie ist es allemal.
Mit der Anschlussvielfalt mit HDMI, VGA, WLAN N, Bluetooth, Ethernet, Cardreader und den üblichen Audio- und USB2.0-Anschlüssen sollte auch eine anschließende Nutzung im Studium noch drin sein, auch wenn man USB3.0 vermissen mag. Als Alternative zur schnellen Datenübertragung mit einer externen Festplatte bietet sich aber auch noch ein eSATA-Anschluß an (siehe auch: Bilder / Fotostrecke). Darauf muss man dann allerdings beim Kauf einer passenden HDD achten, sofern man diese trotz der internen Speichergröße von 320GB überhaupt benötigt.
Eigenheiten & Bedienung
Sicher sind auch vier Gigabyte Arbeitsspeicher nicht zu verachten, aber das interessiert natürlich meine Nichte nur am Rande. Eher schon, dass das System kein CD/DVD-Laufwerk besitzt, doch die erste Enttäuschung darüber legt sich schnell, denn jeder kennt ja mittlerweile die Anfälligkeiten dieser Technik. Etwas bastelfreudigeren Käufern wird dazu noch das Aufrüsten vereinfacht, in dem die halbe Unterseite einfach abgenommen werden kann, um RAM, HDD oder andere Module auszutauschen.
Etwas instabil wirkt allerdings die Tastatur, doch da warten wir mal das abschließende Urteil meiner Nichte nach einem Jahr Testzeitraum ab. Die abgebrochene Ü-Taste ist noch kein Beweis für schlechte Verarbeitung, sollten sich allerdings mehrere verabschieden, müsste das Urteil wohl nach unten korrigiert werden.
Das Touchpad ist zumindest unter Ubuntu anfangs recht empfindlich, aber das kann man sich ja einstellen. Etwas gewöhnungsbedürftig für die junge Dame dürfte allerdings der Trackpoint sein, den man ja auch schon mal versehentlich betätigen kann. Nach eigenen Tests mit zwei Thinkpad Edge E525-Modellen bin ich jedoch der Ansicht, dass man dieses zusätzliche Zeigegerät sehr wohl sinnvoll einsetzen kann. Das gehört aber zu den Dingen, die man sich selbst aneignen muss…wenn man denn will. Als echten Minuspunkt kann man den Trackpoint aber wohl kaum empfinden, zumal dieser sich ja auch deaktivieren lässt.
Ubuntu statt Windows
Zu den Ursachen des besonders niedrigen Preises des Thinkpad X121e gehört auch der Umstand, dass wir das Notebook ohne Betriebssystem erstanden haben. So kam dann am ehesten eine freie Linux-Variante in Frage, bei der wir uns für Ubuntu entschieden haben. Der Windows-Leistungsindex (siehe Bild) zeigt für das Vorgängermodell mit Fusion E-350-APU jedenfalls bereits 3,8 Punkte an, so dass die E-450-Version wohl knapp über 4.0 liegen dürfte.
Leider hat es bei der Linux-Installation anfänglich einige unübliche Schwierigkeiten gegeben, da die USB-Sticks, die wir verwendeten, nicht als Boot-Devices erkannt wurden. Als es dann endlich klappte mussten wir feststellen, dass die ǘber Unetbootin aktuellste Ubuntu-Version 10.04 nicht wirklich geeignet ist für den Lenovo 11-Zöller. Das dürfte aber an der AMD-Fusion-E450-Plattform liegen, die wohl einfach zu neu für das schon etwas betagte Ubuntu 10.04 war.
Nach etwas Hin und Her, einer Nachfrage bei Lenovo und weiteren Versuchen ließ sich am Ende aber ein Ubuntu 12.04 installieren (inklusive Boot von CD), mit dem nun auch endlich alles ordentlich funktioniert. Im Forum von Ubuntu war im Übrigen noch zu lesen, dass es auch mit der 11.04er Version keine Probleme gebe, aber warum noch weitere Versionen testen, wenn die aktuellste doch läuft?
FAZIT & Sponsoring
Das Fazit steht eigentlich schon im Titel: das Lenovo ThinkPad X121e ist ein “überwiegend gutes” Note- bzw. Netbook, je nach Betrachtungsweise. Besonders das Preis-Leistungs-Verhältnis ist bisher nahezu unerreicht, auch wenn man von einem 350,- Euro-Notebook natürlich keine Wunder erwarten kann.
Für meine Nichte sollte das jedenfalls der passende Begleiter sein, hoffentlich für etwas länger, als nur ein Jahr!
Pluspunkte: Preis-Leistungs-Verhältns, Trackpoint, mattes Display, HDMI
Minuspunkte: kein USB 3.0, defekte Ü-Taste, Displayrahmen
Bewertung: 85/100
PS: Wer sich übrigens dazu in der Lage sieht darf die “humanitäre Aktion” meiner Nichte auch gerne mit einem kleinen Sponsoring unterstützen. Da die Hilfsorganisation gewisse Annehmlichkeiten nicht mehr aus eigener Tasche leisten kann macht ein Sponsor unter Umständen einen großen Unterschied. Kleine Gegenleistungen in Form von Reiseberichten o.Ä. wären sicher eine Möglichkeit des Ausgleichs, aber das bleibt natürlich einem eventuellen Sponsor überlassen.














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