Kurztest Viewsonic ViewPad 10e: Tablet-Spaß zum kleinen Preis

So ein Tablet ist ja ideal, um Zuhause auf der Couch Mails zu checken, mit Freunden zu chatten oder Musik und Videos zu genießen. Doch nicht jeder hat Lust, um die 500 Euro und mehr für ein Highend-Tablet wie beispielsweise das Samsung Galaxy Tab 10.1N oder das Apple iPad2 auszugeben. 

Da trifft es sich gut, dass unser Einkauf das neueste Tablet aus dem Hause ViewSonic, das ViewSonic ViewPad 10e, für schmale 259 Euro anbietet. Trotz des knackigen Preises verspricht ViewSonic ein flottes Tablet mit zahlreichen Anschlüssen und hochwertiger Display-Technologie.
Kann dieses Versprechen eingehalten werden…?

 

Design, Verarbeitung & Anschlüsse

Das ViewSonic ViewPad 10e ist ganz in schwarz gehalten. Für den Preis von 259 Euro ist natürlich kein Metallgehäuse drin; dementsprechend besteht das ViewPad 10e komplett aus Kunststoff. Immerhin wurde aber auf ein (in meinen Augen) nerviges Klavierlack-Finish verzichtet; das raue Material mag zwar auf den ersten Blick etwas unscheinbar wirken, ist aber angenehm griffig und man sieht keine Fingerabdrücke.

Mit 9,1mm ist das ViewSonic ViewPad 10e für ein so preiswertes Tablet erfreulich flach; auch die Verarbeitung kann überzeugen: Das Gehäuse ist stabil, und lässt sich auch unter Druck kaum verwinden. Lediglich die Gehäuserückseite ist vielleicht eine Spur zu dünn ausgelegt; diese gibt vor allem zur Mitte hin unter leichtem Druck fühlbar nach.

An der oberen Gehäusekante befindet sich der Power-Schalter; daneben der Speicherkarten-Slot, der HDMI-Port, Kopfhörer-Anschluss, Micro-USB-Port sowie der Anschluss für das Netzteil. An der linken Gehäusekante ist lediglich die Lautstärkewippe angebracht, die rechte Kante beherbergt den Reset-Schalter und den Mikrofon-Eingang. Im Gegensatz zu anderen Tablets verfügt das ViewSonic ViewPad 10e nicht über eine rückseitige Kamera zur Foto-Aufnahme; es ist aber eine 1,3 Megapixel Front-Kamera für Videotelefonie vorhanden. Ansonsten sind an der Gehäuserückseite lediglich noch die Lautsprecher eingebaut.

Rechte Gehäusekante

Obere Gehäusekante

Linke Gehäusekante

Technische Keyfacts ViewSonic ViewPad 10e

  • 10“ Display mit IPS-Panel und XGA-Auflösung (1024 x 768 Pixel)
  • 1Ghz Cortex A8 Prozessor
  • 512MB RAM
  • 4GB interner Speicher, erweiterbar auf bis zu 32GB
  • Micro-USB und HDMI-Port
  • Bluetooth, b/g/n-WLAN
  • Betriebssystem: Android 2.3
  • Abmessungen (B x H x T): 242 x 189 x 9 mm
  • Gewicht: 620g

Die vollständigen technischen Daten & weitere Informationen findet ihr auf der Herstellerseite

 

Bedienung & Ausstattung

Ursprünglich als Display-Experte bekannt, möchte ViewSonic seit einiger Zeit mit seinen ViewSonic Tablets und Viewsonic Smartphones auch auf dem Markt für mobile Endgeräte Fuß fassen. Was bietet sich da mehr an, als Gebrauch von dem eigenen Display Know-How zu machen, und dem ViewPad 10e ein hochwertiges IPS-Panel zu spendieren, welches auch beim Apple iPad zum Einsatz kommt?

Dank des IPS-Panels soll sich das ViewPad 10e durch eine geringe Blickwinkelabhängigkeit sowie durch eine besonders helle Darstellung mit kräftigen Farben auszeichnen. ViewSonic selbst gibt auf seiner Webseite eine Leuchtstärke von 400 cd/m² an. Mir persönlich gefällt jedoch das AMOLED-Display bei meinem Samsung Wave 3 deutlich besser. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich als Smartphone-User eine höhere Pixeldichte gewöhnt bin.

Vorinstalliert ist Android 2.3 alias „Gingerbread“, eine bessere Tablet-Unterstützung hätten die „Honeycomb“-Versionen (3.x) geboten. Zusätzlich zur gewöhnlichen Android-Oberfläche spendiert Viewsonic dem ViewPad 10e das eigene ViewScene 3D Interface, welches die Standard-Oberfläche um ein 3D-Interface und eigene Widgets bereichert. Braucht man zwar nicht lebensnotwendig, bietet aber nette Spielereien wie z.B. animierte Widgets für die Wetteranzeige.

Die Hardware-Ausstattung bewegt sich natürlich für heutige Verhältnisse im unteren Mittelfeld; für ein Tablet dieser Preisklasse sind die technischen Beigaben aber meiner Meinung nach durchaus angemessen:

Angetrieben wird das ViewSonic ViewPad 10e von einer 1GHz schnellen ARM Cortex-A8 CPU, der 512MB RAM zur Seite stehen. Der interne Speicher ist mit 4GB knapp bemessenen, lässt sich aber mit einer MicroSD-Karte auf bis zu 32GB erweitern. Eine „richtige“ Kamera auf der Gehäuserückseite fehlt; vorhanden ist aber eine 1,3 Megapixel Frontkamera, welche allerdings nur grobkörnige und verwaschene Bilder produziert.

Nichts zu meckern gibt es in Punkto Anschlüsse: Neben dem obligatorischen Micro-USB -Port ist auch HDMI-Ausgang vorhanden; der microSD-Steckplatz nimmt Speicherkarten mit bis zu 32GB auf, natürlich darf auch ein Kopfhöreranschluss nicht fehlen.

An Funkverbindungen ist neben b/g/n-WLAN auch Bluetooth 3.0 mit an Bord; verzichtet wurde aber auf ein UMTS-Modul und (was den Einsatz des ViewPad als Navi unmöglich macht) auf GPS.

Startbildschirm

Systeminfos

Anwendungen

Zu den weiteren Einschränkungen des ViewPad 10e gehört, dass man keinen Zugang zum offiziellen Android-Market hat; neue Apps gibt es ausschließlich über den „1Mobile Market“. Immerhin bietet dieser „1Mobile Market“ Zugang zu den wichtigsten Apps wie Skype oder Facebook. Interessant ist, dass bei der App-Suche fast alle Apps des offiziellen Android-Markets angezeigt werden, dann aber beim Download-Versuch oft nicht zur Verfügung stehen. Daneben lassen sich über die vorinstallierte Amazon Kindle App Kindle-ebooks herunterladen.

 

Leistung & Multimedia

Eine Single-Core-CPU mit 1GHz ist für die Preisklasse mehr als OK. Damit ist das ViewPad 10e schnell genug, um es im Alltagseinsatz flüssig bedienen zu können. Wer allerdings die ViewSonic-eigene 3D-Oberfläche ViewScene 3D anschmeißt, muss Ruckler in Kauf nehmen. So dauert es bei aktivierter ViewScene 3D Oberfläche teilweise 5 Sekunden und länger, ehe beim Kippen des Tablets auch die Anzeige reagiert.

ViewPad 10e ausgepackt

ViewPad10e Rückseite

ViewPad 10e Sensortasten

Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, der Performance des ViewSonic ViewPad 10e mit einigen bekannten Benchmarks auf den Zahn zu fühlen. Beim Vellamo Mobile Web Benchmark (einem Testprogramm  des Telekommunikations- und Halbleiter-Giganten Qualcomm), welcher die Rendering- und JavaScript-Fähigkeiten misst, erzielte mein Tablet 632 Punkte. Beim Benchmark Quadrant Standard Edition, der CPU, Datendurchsatz und 3D-Grafik misst,  kam mein Testgerät auf 1972 Punkte. Den JavaScript-Benchmark SunSpider 0.9.1 absolviert das ViewPad 10e in 7449,0 ms. Beim Rightware BrowserMark, der die Browser Performance misst, erreichte unser System mit dem Standardbrowser 25117 Punkte.

Die Mediaplayerspielen alle gängigen Dateiformate ab; der vorinstallierte „Vortex Player“ gibt sogar Full-HD-Videos ohne Murren wieder (wenn auch natürlich in geringerer Auflösung).

Beim Multimedia-Genuss sollte man allerdings unbedingt Kopfhörer anschließen, denn die internen Boxen produzieren einen zwar ausreichend lauten aber etwas unklaren und ziemlich bassarmen Sound. Doch bei einem so dünnen Tablet in der unteren Preisregion kann man nicht mehr verlangen.

Ebenfalls unterdurchschnittlich ist die Frontkamera, welche nicht nur Fotos, sondern auch Videos aufnimmt – allerdings in eher bescheidener Qualität.

 

Fazit

Das ViewSonic ViewPad 10e ist sicher keine neue Highend-Offenbarung, aber das will es auch gar nicht sein. Es ist schnell genug für einfache Anforderungen, hat ein ordentliches Display, sieht passabel aus, und ist zufriedenstellend verarbeitet. Vom Preis-Leistungs-Verhältnis her ist es meiner Meinung nach ungeschlagen: Schließlich kostet ein  vergleichbares Apple iPad fast das doppelte, und günstigere Tablets haben meist ein deutlich kleineres Display.

Größter Negativpunkt ist der fehlende Zugang zum offiziellen Android-Market; auch die abwesende rückseitige Kamera und die miserablen Lautsprecher trüben meine Freude am dem neuen ViewSonic Tablet. Wer aber mit diesen Schwachpunkten leben kann, erhält mit dem ViewSonic ViewPad 10e ein preiswertes Tablet, das für den Heimgebrauch absolut ausreicht.

About the author  ⁄ Daryush Ghassemi

6 Comments

  • Antworten
    Dary Author
    27. Februar 2012

    So, dank reger Rückmeldungen sind schon zwei Korrekturen bzw. Ergänzungen fällig:
    Das Viewsonic ViewPad hat zwar nur Android 2.3 vorinstalliert, es ist aber ein Upgrade auf Android 4.0 für das zweite Quartal 2012 geplant. Und sollten euch die Apps des “1Mobile Market” nicht reichen, steht euch in jedem Fall noch das AndroidPIT App Center zur Verfügung:
    http://www.androidpit.de/de/android/market/app-center

  • Antworten
    27. Februar 2012

    Awsome article and right to the point. I am not sure if this is in fact the absolute right place to ask but do you guys have any thoughts on where you can get some professional writers? Thx

    • Antworten
      Dary Author
      27. Februar 2012

      Hello Sielaff,
      many thanks for your feedback!
      Please excuse me if I misunderstood something, but do you want to apply as a writer for our Blog…?
      Best regards, Dary

  • Antworten
    rebecca
    10. März 2013

    Hallo auf der seite von redcoon.de steht das das viewsonic viewpad 10e sowohl mit android als auch mit windows 7 betrieben werden kann, stimmt diese aussage?

    • Antworten
      Matthias Schleif
      10. März 2013

      eigentlich heisst das windows modell wohl 10pi, aber sonst sieht das eher nicht so aus. ViewPad 10e ist ein reiner Androide…