Mordvorwürfe: John McAfee erklärt sich jetzt im Interview

Der bekannte Antiviren-Software-Entwickler John McAfee, dessen Firma sicher mittlerweile zu einer der größten der Branche gehört, wurde ja vor wenigen Tagen in seiner Wahlheimat Belize wegen des schlimmen Verdachts festgenommen, einem der mittelamerikanischen Landesbürger gewaltsam das Leben genommen zu haben. Im Interview mit Alex Jones bezieht der Selfmade-Man jetzt erstmals Stellung zu den Vorwürfen und erklärt, wie es dazu kommen konnte. Ausserdem bietet er demjenigen, der den wiklichen Mörder findet, ein stattliches Sümmchen als Belohnung an.

Im 300.000 Seelen-Staat Belize hat sich laut McAfee eine Kultur breitgemacht, die man wohl getrost mit “Willkür durchzogen von Korruption” bezeichnen kann. So habe er beispielsweise Geld für Schulen gestiftet und sogar auf eigene Kappe eine Polizeistation gebaut, um seinen Verpflichtungen nach zu kommen, zuzüglich zu den normalen Steuern versteht sich. Dass am Straßenrand jeder zweite Polizist auch noch gerne sein Schächtelchen Zigaretten bekommt, mal ganz außen vor gelassen.

Nicht nur, dass er sich so den Unmut der Regierung zugezogen hat, an die er die Spende für die Polizeistation hätte abgeben sollen, damit die das Projekt dann umsetzen. So ging es dann auch ursprünglich erstmal nur um diese Finanzgeschichte, wegen der Mr. McAfee laut eigenen Aussagen schonmal sechs Stunden auf dem Steinboden einer Zelle liegen durfte. Dass sie ihm diesbezüglich nichts ans Zeug haben flicken können scheint die Beamten jedoch so sehr gewurmt zu haben, so seine Interpretation der Geschehnisse, dass sie ihm kurzerhand etwas anderes, fieses unterjubeln wollten.

Dass es dann gleich ein handfester Mord sein soll erstaunt dennoch ein wenig, denn aus sowas kann man sich auch in Mittelamerika nicht grundsätzlich freikaufen. So hat McAfee kurzerhand einen Eintrag in seinen privaten Weblog geschrieben, in dem er demjenigen, der den “wahren Mörder” findet, 25.000 US-Dollar Belohnung verspricht.

Je nach dem, wie viel das in einem solchen Land wert ist, wird dann zur Not halt einfach ein Schuldiger gefunden, wenn sichs lohnt. Doch wünschen wir John McAfee einen ehrenwerteren Abschluss der Geschichte ohne bleibenden Effekt. Denn gelitten hat der gute Mann, so man ihm denn glaubt, bereits zur Genüge, als ihn vierzig mit Gewehren bewaffnete Staatsdiener gewaltsam aus dem eigenen Haus geholt haben.

Und nur, dass er den Gedanken, den eigenen Colt zu seiner Verteidigung zu ziehen, lieber schnell wieder verworfen hat, haben wir ja schließlich auch diese originelle Geschichte zu verdanken.

About the author  ⁄ Matthias Schleif

Blogger mit Bastelneigung, kaufmännischer Ader und sozialem Anspruch, seit 2008

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