Optische Täuschungen: Wie weit geht Facebooks Auto-Zensur gegen Nacktheit?

Der gemeine Nudity-Filter von Facebook filtert gnadenlos alles aus, was nach nackter Haut aussieht und einen mehr als super-privaten Status hat, also öffentlich irgendwie einsehbar ist. Dass das sogar für Bilder gilt, für die das eigentlich nicht gilt, die also nur so aussehen, als zeigten sie zu viel Haut, haben jetzt die Young Turks heraus gefunden.

TYT, The Young Turks, ist nicht nur einer der besten, so finde ich, Youtube-Kanäle aus den USA, sondern wohl auch der größte, gemessen an den Zuschauer- und Abonenntenzahlen, aber das nur mal am Rande. Diesen sind jedenfalls einige Bilder zugespielt worden, mit dem man das “Experiment” mit Facebooks Auto-Zensur wohl auch selbst mal austesten kann. Besonders die hübsche Blonde in der Badewanne, deren Ellenbogen ach so leicht mit Ultra-Riesen-Busen verwechselt werden können, hat im Studio für Erheiterung gesorgt. Was man darin sieht ist wohl eben immer auch eine Frage der kulturellen Gewohnheiten ;) (Russ Meyer lässt grüßen).

Wie dem auch sei, für europäische Verhältnisse ist diese rigide Vorgehensweise schon ein wenig ungewöhnlich, wie auch die Moderatorin offensichtlich ein wenig neidisch anmerkt. Die puritanischen US-Verhältnisse sind aber offensichtlich nicht weg zu bekommen, so doppelmoralisch man das hierzulande auch immer finden mag, so dass man für “schweinische Bildchen austauschen” sich eine andere Plattform suchen muss (wenn man es den partout nicht lassen kann).

Dennoch kann man sich nur an den Kopp packen, wenn Urlaubs- oder Schwimmbad-Bildchen einer Gruppe “BFFs” wegen “Anstössigkeit” auto-gelöscht werden, denn das geht ja wohl zu weit…vor allem, weil hier die Sexualisierung ja nur von außen kommt. Will sagen: wer hatte denn die schäbigen Gedanken? Die Mädels in meinem konstruierten Fall wohl kaum.

Aber, ach, was reg ich mich auf? Wichtig ist wohl hauptsächlich, zu wissen, auf welch dümmliche Art Facebook vermeintlich anstößige Bilder aussortiert. Bei der Gesichtserkennung damals haben sie sich deutlich mehr bemüht, gute Ergebnisse zu erzielen. Ellenbogen zu löschen kann man ja wohl kaum als ein solches bezeichnen.

About the author  ⁄ Matthias Schleif

Blogger mit Bastelneigung, kaufmännischer Ader und sozialem Anspruch, seit 2008

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