Praxistest BenQ MS513 DLP Beamer

Auch wenn das Finale der UEFA EURO 2012 nun leider ohne deutsche Beteiligung stattfindet, wird das spannende Endspiel der Fußball-Europameisterschaft dennoch viele Zuschauer vor den heimischen Fernseher bannen. Eine Alternative zum Fußball-Genuss per TV ist der Beamer – insbesondere, wenn man sich mit mehreren Personen an den Darbietungen der Kicker erfreuen will. Unser Kollege Sven Weymann war so nett, für uns den Beamer BenQ MS513 DLP zu testen – hier sein Bericht…

Am 11.06.2012 erhielt ich durch getgoods.de die Möglichkeit, den 3D-fähigen Beamer BenQ MS513 DLP zu testen. Hier kurz die Eckdaten des Projektors:

  • DLP-Technologie
  • Native Auflösung 800 x 600 (3D fähig)
  • Helligkeit 2.700 ANSI Lumen
  • Kontrastverhältnis 10.000:1
  • Projektionsdiagonale (min / max) 76 cm – 762 cm (29,9” – 300”)
  • Leistungsaufnahme Lampe 190 Watt
  • Lebensdauer (bis zu) 5.000 Std. / 6.000 Std. (Eco Modus)
  • Garantiezeit 24 Monate

Lieferumfang BenQ MS513 DLP

Ansicht von oben

Aufstellung und Bedienung

Das Gerät wirkt hochwertig, die Verarbeitung ist gut. Das Design würde ich als einfach und ehrlich bezeichnen. BenQ versteckt sich hier nicht hinter Klarlacken und Verzierungen, sondern gibt dem Benutzer einen ungeschminkten, einfach bedienbaren Beamer in die Hand. Das Gehäuse ist solide und vor allem reagiert es nicht auf Staub und Fingerabdrücke.

BenQ liefert eine kurze Bedienungsanleitung in gedruckter Form mit. Zu meinem Erstaunen wird ausgerechnet ein VGA-Kabel aus dem Karton gezaubert. Finde ich ein wenig enttäuschend. In heutigen Zeiten allgegenwärtiger HDMI-Ausgänge dürfte es bei den meisten Nutzern wieder im Karton landen. Ich persönlich habe jedenfalls sofort mein HDMI Kabel gezückt und den Beamer darüber angeschlossen. Ein HDMI-Kabel sollte man also im Bedarfsfall gleich mitbestellen. Der Qualitäts-Unterschied ist natürlich enorm, also packt das VGA-Kabel besser gleich weg. Gute Einsteiger HDMI-Kabel gibt es schon ab knapp 8 Euro bei getgoods.de.

Anschlusstechnisch lässt das Gerät sonst keine Wünsche offen. Von S-Video mini über Composite Video RCA und USB fehlte mir keine Anschlussvariante.

Anschlüsse BenQ MS513

Härtetest bei hellem Licht

Kaum eingeschaltet, läuft der BenQ MS513 auch schon. Der schnelle Start überrascht mich dann doch. Kein langes Warmlaufen, bereits nach ca. acht Sekunden steht das Bild. Klar, die Leuchtkraft kommt noch ein bisschen nach, aber ich war dennoch positiv überrascht. Zum Aufstellen des Beamers: In meinem Fall steht der Beamer in 4 m Abstand vor einer 2,2 m x 1,4 m breiten Leinwand. Diese füllt das Bild voll aus.

Der BenQ MS513 besitzt zwei einzeln verstellbare Gummifüße, dies macht die exakte Bildausrichtung recht einfach. Vorne befindet sich ein bis zu 6cm ausfahrbarer Fuß für die Höheneinstellung. Auch die Fokussierung klappt mit dem geschmeidig laufenden Fokusring sehr leicht

Zum Zoombereich des MS513: Dieser ist recht eng, d.h. der Zoom dient nur der Feineinstellung zur perfekten Ausnutzung der Projektionsfläche. Bei festgelegter Projektionsgröße lässt sich der Abstand des Beamers also nur in engen Grenzen variieren. Man kann jedoch mithilfe der Skalierung des Menüs das Bild stufenweise vergrößern (2x, 4x, 8x). Soweit passt das Justieren des Bildes dann auch. Es gibt noch die verschiedensten Einstellmöglichkeiten in den Tiefen des Menüs, auf die ich hier jedoch nicht weiter eingehen werde.

Die im Lieferumfang befindliche Fernbedienung ist schlicht gehalten, liegt gut in der Hand und wiegt recht wenig. Ich finde sie zwar aufgrund der Verteilung einiger Funktionstasten etwas unübersichtlich, aber das ist sicherlich Geschmacks- bzw. Gewöhnungssache. Gebraucht habe ich sie während des Tests gar nicht.

Klasse finde ich dagegen, dass die Menüs übersichtlich sind und keine Rätsel aufgeben. Hier sind es nur kleine Details, die stören könnten. Das Menü erklärt sich jedoch mit jeder Registerkarte von selbst, und es wird zudem auch immer angegeben welche Taste der Nutzer drücken muss, um die Auswahl zu bestätigen oder abzuwählen. Also relativ simpel und funktional.

BenQ MS513 Menüführung

Erweiterte Einstellungen

 

Bildqualität und Ton

Die Farbwiedergabe ist sehr ordentlich, die Kontraste sind hervorragend, der Schwarzwert DLP-typisch ausgezeichnet. Ich war begeistert. Bei korrekt ausgerichteter Leinwand erziele ich zudem über die gesamte Fläche ein 100% scharfes Bild, so dass man das Ergebnis nur als brillant bezeichnen kann.

Geschaut habe ich über ein DVB-T Signal, welches über einen DVB-B-T-Stick (TERRATEC  Cinergy TStick RC mit externer Antenne) am Rechner empfangen und an den Beamer übergeben wurde. Die Bildqualität ließ keine Wünsche offen. Selbst bei hellen Lichtverhältnissen war das Bild noch immer gut erkennbar (siehe Foto “Ansicht bei Tag”). Je später der Abend, umso besser kamen die Stärken des BenQ MS513 zur Geltung. Der Kontrast war super und die Farbtiefe beeindruckend. Auch meine Gäste waren stets begeistert (siehe Foto “Ansicht bei Nacht”).

Ansicht bei Tag

Ansicht bei Nacht

Weiterhin gut von BenQ, dass ein Lautsprecher links verbaut wurde. Mit seinen 2 Watt Leistung ist dieser zwar eine Alternative zu gar keinem Sound, die Wiedergabe ist jedoch mit wenigen Höhen und Tiefen versehen. Ein vernünftiges Soundsystem oder gute Lautsprecher sind also dringend zu empfehlen. Aber da hat ja eigentlich auch jeder so seine Spielereien zu Hause.

Kommen wir zu den Schattenseiten des BenQ Beamers. Das Lüftergeräusch beim MS513 ist im normalen Lampenmodus mit einem deutlich hörbaren Surren überlagert, welches je nach Geräuschempfindlichkeit durchaus stören kann. Bei leisen Sequenzen macht sich der BenQ Beamer also durchaus bemerkbar. Den genauen Sone-Wert kann ich natürlich nicht nennen. Ein kleiner Tipp: Im ECO Mode verbraucht er weniger Leistung und das Surren wird auch leiser, zudem hat man kaum einen qualitativen Nachteil. Angegeben wird die Lautstärke vom Hersteller mit 27dBA bzw. 22 dBA im ECO Mode. Auch die Wärmeabstrahlung des Gerätes ist durchaus wahrnehmbar, aber das ist ja auch bei anderen Beamern nichts Ungewöhnliches.

Pro & Contra auf einen Blick

Pro:

  • Schnelle Inbetriebnahme
  • Gute, natürliche & scharfe Farb- und Bildwiedergabe
  • Hoher Kontrast
  • Lange Lebensdauer der Lampe, ca. 5.000 Std. / 6.000 Std. (Eco Modus)
  • Kein Regenbogeneffekt
  • 3D tauglich
  • Gutes Design
  • Schön leicht (2,4kg)

Contra:

  • Recht lauter Lüfter (im Eco Modus allerdings leiser)
  • Geringe Auflösung
  • Kein HDMI Kabel im Lieferumfang enthalten

 

Fazit/Eigene Meinung

Meiner Meinung nach ist der BenQ  MS513 ein sehr guter Beamer, der im Betrieb überzeugt und auch in Sachen Design & Verarbeitung durchaus oben mitspielt. Negativ aufgefallen sind die lauten Lüftergeräusche; inakzeptable Schwächen oder Probleme konnte ich aber bisher nicht feststellen. Alles in allem präsentiert sich der BenQ  MS513 in einem guten Zustand. Insgesamt bin ich mit dem Gerät also sehr zufrieden.

Wem die gebotene Auflösung ausreicht, also kein Full HD haben muss, der macht man mit dem BenQ MS513 keinen Fehler. Der Preis von knapp 310 Euro ist hier entsprechend der Leistung, die geliefert wird, völlig akzeptabel. Somit empfiehlt sich der günstige BenQ Beamer auch für Preisfüchse, die in erster Linie einen preiswerten Projektor haben möchten. Diejenigen, die einen günstigen Einstieg in die Beamerwelt suchen, können mit dem MS513 von BenQ im Prinzip nichts falsch machen.

Viel Spaß beim Kaufen und Probieren.

About the author  ⁄ Daryush Ghassemi

2 Comments

  • Antworten
    Back
    15. Juli 2012

    Hallo,

    danke für deinen Test!
    hat mir in einigen Punkten weiter geholfen.

  • Antworten
    Wolfgang
    24. September 2012

    Hallo,
    endlich mal ein Textbericht, den ich auch verstehen kann. Klare und präzise Angaben. Für eine Kaufentscheidung eine optimale Information.
    Danke, so sollte getestet und dann die Berichte geschrieben werden. Mehr braucht es nicht.
    Wolfgang