Premier League entscheidet sich für Torlinien-Technik ab Saison 2013/14

Jetzt ist es also soweit! Die Technik hält endgültig Einzug ins Regelwerk des Fussballs und wird in Zukunft mit darüber entscheiden, ob der Ball über der Linie war, oder nicht. Zumindest der britische Fussballverband hat sich nun dazu entschlossen, ab der Saison 2013/14 eine technische Unterstützung für Premier League Teams vorzuschreiben.

Bereits im kommenden Sommer also, wenn die nächste Premier League Saison beginnt, müssen alle 20 Vereine ihre Stadien mit der neuen Technik bestückt haben, wie SkyNews meldet. Ob es sich dabei um die vom Tennis bekannte HawkEye-Technik, oder das weniger bekannte GoalRef vom Fraunhofer Institut handeln wird, ist aber noch nicht entschieden…da wartet also ein großer Auftrag auf eine der beiden Ausrüsterfirmen.

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Wie auch immer man grundsätzlich zur Einführung der Torlinientechnik steht, an der Ausführung ist einiges zu kritisieren. Die HawkEye-Technik hat zwar schon viele Male bewiesen, wie zuverlässig sie ist. Aufgrund des hohen Aufwands der Installation ist diese aber recht teuer und von kleinen (Regional-)Klubs wohl kaum zu finanzieren. Sicher ein Grund, warum man nur der Premier League diese Vorschrift macht, obwohl es doch so viel einfacher ginge…

Denn in einer weiteren Sportart, dem Eishockey, gibt es ja ebenfalls schon seit Ewigkeiten die Torkameras, mit denen sich zuverlässig die Szene nachprüfen lässt. Da diese über den Toren hängen, zeigen diese – im Gegensatz zu den TV-Kameras – auch immer die richtige Perspektive, so dass Fehlentscheidungen ebenfalls auf ein Minimum reduziert werden können. Eine Kamera mit zwei Stunden Videospeicher über jedem Tor ist jedoch vergleichsweise günstig zu erstehen und könnte so auch in unteren Ligen genutzt werden. Gute Schiedsrichter tun das möglicherweise bereits.

Schade, dass der Verband auf diese Weise der Premier League einen weiteren Abstand verschafft und eine weitere Hürde zur Verbreitung der Torlinientechnik aufbaut; es könnte doch so einfach sein. Beim Eishockey wird sich jedenfalls in solchen, strittigen Fällen deutlich seltener über das Schiedsrichterergebnis beschwert, auch wenn dieser genau wie beim Fußball und Tennis natürlich das letzte Wort hat.

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About the author  ⁄ Matthias Schleif

Blogger mit Bastelneigung, kaufmännischer Ader und sozialem Anspruch, seit 2008

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