Schwarz-grüner Nager im Test – Razer Naga 2012

Dieses Jahr hat der kalifornische Hersteller Razer eine Neuauflage seiner altbewährten MMO-Maus Razer Naga auf den Markt gebracht.  In unserem Test nehmen wir den schwarz-grünen, beleuchteten Nager mit dem 12-Tasten-Feld genauer unter die Lupe – ob der Mäuserich tatsächlich hält, was Razer verspricht, verraten wir euch nachfolgend.

Wer gerne PC-Games zockt, dem dürfte der Firmenname auf jeden Fall ein Begriff sein: Razer bietet in seinem typisch schwarz-grünen Design hauptsächlich Computer-Peripherie speziell für Gamer wie zum Beispiel PC-Mäuse, Mauspads, Tastaturen und Headsets an. Die gesamte Produktpalette ist auf höhere Gaming-Ansprüche ausgelegt und dabei macht auch die neue Razer Naga 2012 keine Ausnahme.

Besonders in der Gamer-Peripherie sind die Ansprüche an die Geräte sehr unterschiedlich – jeder Nutzer hat seine eigenen Präferenzen, wenn es um die Haptik, Abmessungen und Tastenpositionierungen an der PC-Maus geht. Und MMO-Gamer sind da wieder eine umso speziellere Sparte: Die Chars in MMOs wie World of Warcraft, Guild Wars 2, SWTOR und Konsorten verfügen über eine Vielzahl an Fähigkeiten, die stets schnell angewählt werden müssen. Der richtige Klick entscheidet im Zweifelsfall über Sieg oder Niederlage – deshalb haben einige Hersteller, darunter Razer und Logitech, spezielle Mäuse für MMO-Spieler auf den Markt gebracht, die über besonders viele Tasten in Form eines Daumenfelds verfügen. So kann mit der Maus exakt gelenkt und der passende Spell angewählt wird.

Technische Eckdaten

 

Razer Naga 2012
Farbe schwarz
Beleuchtung grün
Sensor-Empfindlichkeit 5600 dpi, 3.5G
Signalübertragungsrate 1000 Hz Ultrapolling, 1 ms Reaktionszeit
Tastenzahl 17 (12 davon Daumentasten)
Zubehör 3 wechselbare Seitenpaneele, Daumentasten-Aufkleber
Kabel umflochen
Anschluß USB vergoldet
Abmaße 116 x 70 x 46 mm
Gewicht 134 Gramm

 

 Verpackung und Lieferumfang

Die Razer Naga wird stilecht in einer schwarz-grünen Verpackung geliefert, die schon ohne Auspacken einen Blick auf die Gamer-Maus erlaubt und dem geneigten Gamer mit sämtlichen Features den Mund wässrig macht.

Artgerecht: Mäusetransportbox für Razer Naga
Artgerecht: Mäusetransportbox für Razer Naga

Verpackung der Razer Naga 2012

Zum Lieferumfang der Razer Naga 2012 gehört, gut verstaut in einer matt-schwarzen Box mit Herstellerlogo, natürlich die Bedienungsanleitung in Schriftform mitsamt anderem Infomaterial. Gut in Schaumstoff gepolstert befinden sich die zwei zusätzlichen Seitenpaneele zum Auswechseln.

Bedienungsanleitung und mehr

Bedienungsanleitung und mehr

Zubehör-Box der Razer Naga
Zubehör-Box der Razer Naga

Praktisch: Wer zuvor kein Daumentastenfeld benutzt hat und sich erst umgewöhnen muss, bekommt auch noch die “Grip Trainer” und eine Infokarte dazu zur Hand. Diese Silikonaufkleber können auf die Tasten aufgebracht werden und sollen die Orientierung erleichtern – verschiedene Beispiele zur Positionierung sind auch angegeben. Wer die Grid Trainer nicht mehr braucht, zieht sie einfach wieder von den Tasten ab.

Grid Trainer für die Razer Naga

Grid Trainer für die Razer Naga

Design und Verarbeitung

Der große Highlight der Razer Naga ist natürlich das Daumentasten-Feld. Hier stehen dem MMO-Spieler 12 Tasten, angeordnet in 4 Reihen, zur Verfügung. Um sich auf dem Tastenfeld nicht zu verirren, sind die beiden Blöcke an der Unterkante der zweiten und vierten Reihe durch Erhebungen leicht voneinander abgegrenzt. Wer möchte, kann sich zur Eingewöhnung zusätzlich noch mit den “Grip Trainers” genannten Silikon-Aufklebern für das Tastenfeld behelfen. Durch die sanfte Rundung ruht der Daumen angenehm auf dem Tastenfeld – die restliche Seitenfläche ist in hochglänzender Optik gehalten.

Klassisch schwarz: Razer Naga 2012
Klassisch schwarz: Razer Naga 2012

Frontseitig findet sich das geriffelte Scrollrad, dessen Materialoberfläche besonders weich ist, akzentuiert von zwei Leuchstreifen. Man beachte: Es handelt sich nicht um ein Vier-Wege-Mausrad, bei dem auch Links- und Rechtsklick möglich ist, um seitlich zu scrollen. Hier steht nur die übliche Scroll-Funktion und der Klick mit der Scroll-Taste zur Verfügung. Darunter sind zwei schmalere Tasten platziert.

 

Razer Naga 2012 mit Palm Grip
Razer Naga 2012 mit Palm Grip

Auf der Unterseite der Naga finden sich die Ultraslick Mouse Feet, insgesamt 5 an der Zahl, die für ein angenehmes Gleiten der Maus auf harten oder weichen Mousepads sorgen. Neben dem 3.5G Laser-Sensor findet sich noch eine weitere Einstellmöglichkeit in Form eines Schiebers: Damit kann beim Daumentasten-Feld zwischen dem Basis-Modus (123..) und dem erweiterten Num-Modus gewechselt werden.

Unterseite der Razer Naga

 

 

 

Die Seitenpaneele

Ein besonders schönes Feature bei der Razer Naga sind die drei wechselbaren Seitenpaneele. Hier stehen der Classic Grip, der Claw Grip und der Palm Grip zur Auswahl, wobei letzterer am meisten Auflagefläche bietet. Die Befestigung bzw. das Entfernen der Panels ist kinderleicht: Sie verfügen über zwei kleine Stifte und Magnetverbindungen und werden einfach angeklippt bzw. abgezogen. Das sorgt für den richtigen Sitz und macht ein versehentliches Verschieben oder Abstreifen des Seitenpaneels unmöglich.

Unten ohne: Razer Naga ohne Seiten-Panel
Unten ohne: Razer Naga ohne Seiten-Panel
Die drei wechselbaren Seitenpaneele der Razer Naga
Die drei wechselbaren Seitenpaneele der Razer Naga

Die Oberfläche der Seitenpaneele ist hochglänzend – haptisch finden wir das sehr angenehm. Im Test gefällt uns der Palm Grip am besten, denn dort liegen der Ringfinger und der kleine Finger bequem auf. Wer die Maus schmaler mag, der wählt das Claw Grip-Seitenpaneel, das besonders schmal und stark geschwungen ist. Eine gute Mischung aus beidem stellt der Classic Grip dar. Hier sollte wirklich für jeden Geschmack etwas dabei sein!

Classic Grip, Claw Grip und Palm Grip
Classic Grip, Claw Grip und Palm Grip

 

Praxistest – Ergonomie und Funktionen

 In der Form hat die Razer Naga anderen Modellen eines voraus: Die Ergonomie lässt sich durch die wechselbaren Seitenteile perfekt auf die eigenen Ansprüche optimieren. Ein dickes Plus! Die Maus bietet mit einer Länge von ca. 116mm ausreichend Auflagefläche und liegt mit der sanften Rundung und den geschwungenen Seiten gleich bequem in der Hand.

Das Highlight stellt natürlich das große Daumentasten-Feld dar. Die Platzierung ist gelungen: Sämtliche Reihen lassen sich mit normal großen Händen bequem erreichen. Allerdings scheinen uns die Reihen über minimal unterschiedliche Druckpunkte zu verfügen. Aus Versehen lassen sich die seitlichen Tasten nicht erwischen: Es braucht schon mehr Druck, um sie zu aktivieren. Um sich auf dem großen Tastenfeld blind zurechtzufinden, braucht es natürlich eine gewisse Übung, hier können die mitgelieferten Grid Trainer sicherlich helfen. Unterteilt ist das Tastenfeld nur mit einem leicht höheren Akzent am unteren Rand der zweiten Reihe. Zu Anfang hilft natürlich auch die beleuchtete Beschriftung bei der Orientierung.

Grün beleuchtet sind neben den Daumentasten auch das Scrollrad sowie das Razer-Logo – letzteres leuchtet nicht konstant, sondern blinkt immer wieder langsam auf.

 

"Was ist das?" - "Es ist grünes Licht." - Angeschlossene Razer Naga

“Wozu ist das?” – “Das ist grünes Licht.” – Angeschlossene Razer Naga

Das Mausrad der Razer Naga scrollt geräuschlos und weich, die einzelnen Scrollstufen sind allerdings klar spürbar. Ein klares Manko ist die fehlende 4-Wege-Funktionalität, die bei anderen Gaming-Mäusen schon zum Standard gehört. Hiermit wäre im normalen Betrieb seitliches Scrollen möglich, und natürlich stünden beim Zocken zwei weitere belegbare Tasten zur Verfügung. Schade!

Die beiden unter dem Scrollrad platzierten schmalen Tasten sind in der Standard-Tastenbelegung mit “Vor” und “Zurück” belegt – wen die oberseitige Platzierung stört, der legt die Funktionen einfach auf die seitlichen Tasten.

Bei unserem Test mit Star Wars – The Old Republic funktioniert das Daumentastenfeld im Spiel sofort tadellos, die Naga liefert präzise Druckpunkte und gleitet exzellent über unser Stoff-Mauspad. Auch beim längeren Zocken und nervenzerreissend spannenden Raids erweist sich die Maus als sehr bequem – sie liegt unserem Empfinden nach sehr gut in der Hand und bietet auch bei schwitzigen Händen guten Grip. Die Gewöhnung an das Daumentastenfeld braucht natürlich seine Zeit: Hier müssen wir uns als Spieler wirklich daran erinnern, die Maustasten statt der Tastatur zu verwenden. Der große Vorteil ist natürlich schon bald spürbar: Wir steuern unseren Char komplett mit der Maus, haben während dem Zocken stets eine Hand frei und aktivieren die Spells nahtloser als mit der Tastatur.

Auch Razer bietet mit Synapse 2.0 natürlich eine Software zur Konfigurierung der Tastenbelegung und zur Profil-Erstellung an. Besonders erwähnenswert hierbei: Es handelt sich um eine Cloud-basierte Software, die die persönlichen Einstellungen für Razer-Geräte auf jedem PC nach dem Login abrufbar macht.

Nach dem Download von Synapse 2.0 muss zunächst ein Nutzerkonto angelegt werden. Wenn die angegebene eMail-Adresse per Mail-Link bestätigt wurde, kann es auch schon losgehen mit der Konfiguration. Die Oberfläche ist sehr übersichtlich gehalten: Oben lassen sich die drei übergeordneten Punkte Maus, Makros und Add-On auswählen. Wählt man Maus an, stehen die untergeordneten Kategorien Anpassen, Leistung und Beleuchtung zur Auswahl.

Anmeldung bei Synapse 2.0

Anmeldung bei Synapse 2.0

Tastenanpassung der Seite

Tastenanpassung der Seite

Tastenanpassung der Oberseite

Tastenanpassung der Oberseite

Die Seite zur Anpassung der Tastenbelegung ist aufgeräumt und verständlich: Der Nutzer kann zwischen der Ansicht von Oben und der Seitenansicht wechseln. Wählt man eine Taste an, erscheint ein separates Fenster mit Dropdown-Menü, in dem die gewünschte Tastenbelegung ausgewählt werden kann. Hier stehen Keyboardfunktionen, Mausfunktionen, Empfindlichkeit, Makros, Profilwechsel, Programmstarts oder Tastendeaktivierungen zur Verfügung.

Per Profil können sämtliche vorgenommene Einstellungen der Razer Naga gespeichert werden. Wer mehrere Profile für verschiedene MMOs anlegt, kann diese auch per “Programm verbinden”-Funktion damit verknüpfen. Das passende Profil wird dann beim Spielstart automatisch aktiviert.

Beleuchtungseinstellungen

Beleuchtungseinstellungen

Leistungseinstellungen

Leistungseinstellungen

 

Im Bereich Leistung lässt sich die Empfindlichkeit der Maus sowie die einzelnen Empfindlichkeitsstufen konfigurieren, und auch die Beschleunigung sowie Abfragerate (125, 500 oder 1000 Hz) kann eingestellt werden. Die Einstellungen der Beleuchtung sind recht spartanisch gehalten: Hier kann einzig festgelegt werden, ob Mausrad und Tastatur (gemeint ist das Daumenfeld), oder das Logo beleuchtet wird. Farbveränderungen oder gar verschiedene Beleuchtungsmodi sind nicht möglich.

Makro-Aufzeichnung

Makro-Aufzeichnung

Die Aufzeichnung von Makros geht leicht von der Hand: Per Klick auf das Plus-Symbol wird ein Makro angelegt, das dann – mit oder ohne Verzögerung, oder gar standardisierter Verzögerung – sämtliche Tastenanschläge aufzeichnet. Danach kann das Makro im Anpassungs-Reiter sofort auf die gewünschte Taste gelegt werden.

Add-On - bisher nur für WoW

Add-On – bisher nur für WoW

Im Bereich Add-On findet sich ein nahezu unsichtbares, klickbares Feld, welches ein Kontextmenü aufzuruft. Hier kann der Speicherort der World of Warcraft-Programmdatei angegeben werden, um das Add-On zu verwenden. Das muss zuvor runtergeladen werden und soll spielspezifische Einstellungen wie z.B. ein spezielles Interface bieten. Der angegebene Link zu weiteren Infos verweist leider nur auf die Hauptseite der Razer Naga – das Add-On für WoW findet sich hier zum Download. Weitere Add-Ons für andere MMOs stehen derzeit leider nicht zur Verfügung – schade.

 Unser Fazit

Das Gesamtpaket der Razer Naga 2012 weiß zu begeistern: Ergonomie, Gleitfähigkeit und Präzision sind exzellent. Durch die drei verschiedenen Seitenpaneele stehen dem Nutzer verschiedene Formen von besonders breit bis schlank und griffig zur Auswahl – ein großer Pluspunkt. Die Druckpunkte der Tasten sind exakt, und das Mausrad punktet mit geräuschlosem, klar definiertem Scrollen. Das Manko des Mausrads ist allerdings die fehlende 4-Wege-Funktion – hier bietet die Konkurrenz mehr. Die Positionierung der Daumentasten ist gut gelungen, wobei eine klare Strukturierung des Tastenfelds fehlt, stattdessen können die aufklebbaren Grid Trainer zur Eingewöhnung verwendet werden.

Beleuchtete Razer Naga

Beleuchtete Razer Naga

Die Software Synapse 2.0 ist simpel und verständlich aufgebaut, wobei die zur Verfügung stehenden Optionen alle wichtigen Punkte abdecken. Schade ist allerdings, dass bisher nur ein einziges Add-On für die Razer Naga – natürlich für WoW – heruntergeladen werden kann. Hier hätten wir uns mehr Futter für die Maus gewünscht. Auch die Möglichkeiten zur Beleuchtungseinstellung sind leider sehr mager ausgefallen und es gibt keine Spielereien, um beispielsweise den Farbton der Beleuchtung oder die Blinkfrequenz des Logos einzustellen – das sind allerdings wirklich nur optische Extras.

Im Gesamten betrachtet erhält der MMO-Zocker zu einem Preis von momentan ungefähr 75 Euro eine Maus, die schon auf den ersten Blick Qualität verspricht und in allen wichtigen Disziplinen von der Ergonomie bis zur Ausstattung und Präzision fast durchgehend glänzt. Und deshalb wollen wir die Razer Naga jetzt eigentlich auch gar nicht mehr hergeben!

About the author  ⁄ Pia

Quotenfrau im Technikdschungel. Mag ihr Asus Padfone 2, Nerdstuff und Züge.

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