Test HP ProBook 4535s A1F21EA – Business für Billig?

Als einer der größten Computerhersteller der Welt verfügt der kalifornische Technologiekonzern HP über eine jahrelange Erfahrung in der Entwicklung hochwertiger Business-Notebooks. Das HP ProBook 4535s A1F21EA ist bereits für deutlich unter 500 Euro erhältlich – und obendrein bekommt man den Kauf durch eine attraktive Rückvergütung versüßt. Bekommt man zu diesem günstigen Preis ein vollwertiges Business-Notebook oder nur eine dürftige Mogelpackung?

Ausstieg vom Ausstieg

Erinnert sich noch jemand daran, wie im Augst 2011 der damalige HP CEO Léo Apotheker ankündigte, die PC- und Notebook Sparte abzuwerfen, weil man mit dieser zwar Weltmarktführer sei, aber einfach nicht genug Geld verdiene? Das Ende der Geschichte ist bekannt: HP ruderte zurück; der Computerriese und Apotheker gingen fortan getrennte Wege.

Gut für die Kunden, denn HP zeichnete sich auf seinem Weg zur Marktführerschaft nicht zuletzt dadurch aus, das ohnehin schon gute Preis-Leistungs-Verhältnis seiner HP-Notebooks mit attraktiven Cashback-Aktionen zusätzlich zu versüßen. Kein Wunder, dass da nicht genug im Klingelbeutel hängen blieb. Den Kunden konnte es egal sein, bekamen Sie doch so für wenig Geld günstige Notebooks mit überdurchschnittlicher Verarbeitung und ansprechender Ausstattung.

Design, Verarbeitung, Lieferumfang

Lieferumfang

Packt man das HP ProBook aus, so findet man in der Verpackung neben dem eigentlichen Notebook das übliche Standard-Zubehör in Form von Akku, Netzteil und den Kurzanleitungen. Wie bei anderen Notebook-Herstellern auch üblich liegen keinerlei Installationsmedien bei; es lassen sich lediglich Recovery-Medien erstellen, mit denen man den Ursprungszustand des Systems wiederherstellen kann.

Überschaubar: Lieferumfang HP ProBook 4535s

Das HP Probook selbst ist ganz in silbergrau gehalten. Gehäusedeckel und Handballenauflage sind von einer Aluminiumauflage bedeckt; ansonsten besteht das Gehäuse aus Kunststoff. Ja, die meisten Tester würden das Chassis angesichts der Alu-Applikationen als vollständiges Alu-Gehäuse bezeichnen, aber wir wollen es ja genau nehmen, da das Gehäuse ja nicht komplett aus Aluminium besteht :)

Verarbeitung

Schon nach kurzer Zeit überzeugt das HP ProBook mit seiner (nicht zuletzt Dank seiner Aluminium-Bestandteile) hervorragenden Verarbeitung: Das Gehäuse ist verwindungssteif, die Handballenauflage gibt auch unter starkem Pressen nicht nach, und die Displayscharniere halten den Bildschirm sicher in ihrer Position fest. Selbst kräftiger Druck auf den Displaydeckel zeichnet sich nicht auf der Anzeige ab.

Stabile Verarbeitung; HP ProBook 4535s

Sicherer Halt: Displayscharniere des HP ProBook

Einziges Verarbeitungsmanko ist die rechte Gehäuseseite, welche aufgrund des darunter liegenden optischen Laufwerks unter Druck leichter nachgibt – dieses Problem haben aber fast alle Notebooks. Insgesamt dürfte es nicht viele Notebooks unter 500 Euro mit einer ähnlich guten Verarbeitung geben.

Ausstattung & Anschlüsse

Angetrieben wird das HP ProBook 4535s von einer Vierkern-CPU, dem AMD A6-3400M, welche über einen integrierten Grafikkern verfügt. AMD selbst bezeichnet diese CPUs mit eingebautem Koprozessor auch als “APU”, als “Accelerated Processing Unit”. Dem Prozessor stehen an Arbeitsspeicher 4GB DDR3-RAM zur Seite; maximal lässt sich das ProBook 4535s auf 8GB RAM aufstocken. Glücklicherweise ist ein Speicherslot frei, so das man den Speicher preiswert durch den Einbau eines passenden DDR3-1333 SO-DIMM aufrüsten kann.

CPU-Spezifikationen

Spezifikationen Mainboard

Spezifikationen RAM

Die Vierkern-CPU ist mit 1,4 GHz getaktet; ähnlich wie bei Intels Turbo Boost kann sich ein Prozessor-Kern Dank AMD Turbo Core Technologie je nach Last und thermischen Budget auf bis zu 2,3 GHz hochtakten. Bei der integrierten Grafik handelt es sich um einen AMD Radeon HD6520G Grafikkern; als dedizierte Grafik ist ein AMD Radeon HD7450M Chip verbaut, dem 1024MB Grafikspeicher zur Seite stehen.

Als Massenspeicher dient eine SATA-300 Festplatte mit 750GB Speicherkapazität. In unserem Testgerät war eine Seagate Momentus ST9750420AS verbaut, welche mit flotten 7200 rpm läuft. Da HP unseren Informationen zufolge aber lediglich eine Festplatte mit 5400 U/Min zusichert, sollte man lieber nicht fest mit so einer schnellen Datenscheibe rechnen.

Details Radeon HD6520G

Details Radeon HD7450M

GPU Sensoren

Neben einer 64-Bit-Version von Windows 7 Home Premium hat es leider ziemlich viel unnütze Software aufs System geschafft. Mag eine vorinstallierte Security-Software noch sinnvoll sein, so sind die unzähligen HP Progrämmchen und Tools einfach nur nervig, und bremsen das HP ProBook 4535s unnötig aus. Mein persönlicher Tipp: Da man oft nicht weiß, welche Tools unverzichtbar sind, und welche Features im Prinzip auch vom Windows-Betriebssystem selbst bereitgestellt werden, würde ich nach jeder Deinstallation einer überflüssig erscheinenenden Software das System neu starten, um die fehlerfreie Arbeitsweise des Systems zu überprüfen.

Als Anzeige dient ein mattes 15,6”-Display mit einer Standard-Auflösung von 1368×768 Pixeln; für eine höhere Displayauflösung muss man sich in der HP Probook B Serie umschauen, bei der die Notebooks aber bedingt durch Windows 7 Professional und Intel-CPUs meist deutlich mehr kosten.

Mag das HP Probook 4535s bei der Anzeige solide Standardkost bieten; an Anschlüssen & Erweiterungsmöglichkeiten bringt das günstige Business-Notebook alles mit, was man sich nur wünschen kann:

Insgesamt 4 USB-Ports stehen dem Nutzer zur Verfügung, davon einmal USB 3.0. Für Netzwerkverbindungen stehen sowohl Gigabit-LAN als auch b/g/n-WLAN bereit; für den Einsatz fern der Breitband-Zivilisation wurde sogar ein Modem verbaut. Fotos von der Digitalkamera lassen sich bequem mit dem 2in1-CardReader einlesen, und wahlweise über VGA oder HDMI auf externen Anzeigegeräten wie Beamern, Flachbildschirmen oder gar LCD-Fernsehern betrachten. Und sollten die vorhandenen Schnittstellen nicht ausreichen, so steht für Systemerweiterungen ein ExpressCard-Slot zu Verfügung.

Anschlüsse linke Seite

Anschlüsse rechte Seite

Cardreader & Audio-Ports

 

Technische Eckdaten HP ProBook 4535s-A1F21EA 

  • AMD A6-3400M CPU mit integrierter Radeon HD6520G Grafik
  • 4GB RAM
  • 750GB Festplatte
  • separater Radeon HD 7450M Grafikchip mit 1GB Grafikspeicher
  • mattes 15,6”-Display mit 1366 x 768 Pixeln
  • Gigabit-LAN, b/g/n-WLAN, Blutetooth 3.0
  • VGA, HDMI
  • 4 USB-Ports (davon 1x USB 3.0)
  • Express-Card-Slot, 2in1-CardReader, DVD-Brenner
  • Windows 7 Home Premium 64-Bit
  • 12 Monate Herstellergarantie

Bedienung & daily use

Ein Business-Notebook ist in erster Linie ein Arbeitsgerät, demzufolge musste sich das HP ProBook im täglichen Einsatz beweisen. Mit Erfolg: Sowohl bei den Eingabegeräten, als auch bei der Geräusch- und Wärmeentwicklung konnte das Gerät überzeugen.

Eingabe

Die Tastatur verfügt über einen deutlichen Druckpunkt. Für meinen Geschmack ist der Tastenhub zwar etwas niedrig, doch das ist Ansichtssache. Denn hat man sich erst einmal an den etwas niedrigen Tastenhub gewöhnt, lässt es sich ganz hervorragend auf dem Keyboard tippen. Der separate Ziffernblock sorgt für eine schnelle Nummerneingabe, während Dank der Freiräume zwischen den einzelnen Tasten der Chiclet-Tastatur Tippfehler minimiert werden.

Tastatur

Touchpad

Sondertasten

Power-Knopf

Wie bei neueren Notebooks üblich, beherrscht das Touchpad die Multitouch-Gesten hineinzoomen und herauszoomen. Mit zusätzlichen Sondertasten hält sich das HP ProBook 4535s zum Nutzen der Übersichtlichkeit wohltuend zurück; neben dem Powerschalter ist lediglich eine Sondertaste zum Aktivieren bzw. Deaktivieren der Funkverbindungen und eine Taste zum schnellen Aufruf des Standard-Browsers an Bord.

Einziger Kritikpunkt an der ansonsten hervorragenden Eingabe: Die Tastatur gibt zur rechten Seite hin deutlich nach; besonders der Nummernblock federt stark, wenn man darauf rumtippt. Dies liegt schlicht daran, dass sich unter dem Ziffernblock das optische Laufwerk befindet – kein Beinbruch, aber hier wäre eine Verstärkung sinnvoll gewesen.

Display, Geräuschentwicklung, Temperatur

Neben hervorragenden Eingabegeräten muss sich ein gutes Arbeits-Notebook vor allen auch durch überzeugende Ergonomie-Eigenschaften auszeichnen – schließlich soll selbst bei längeren Sitzungen ein komfortables Arbeiten möglich sein.

Auch hier kann das HP ProBook 4535s punkten: So lassen sich von dem matten, reflexionsarmen Display alle Bildschirminhalte störungsfrei ablesen. Das gilt dank der guten horizontalen Blickwinkelstabilität selbst dann, wenn man nicht frontal vor dem Bildschirm sitzt – wichtig, um z.B. gemeinsam mit Kollegen eine Präsentation durchzugehen.

Für Innenräume ist die Displayhelligkeit mehr als ausreichend; ich persönlich habe selten den Helligkeitsregler über 50% gedreht. Dank des reflexionsarmen Displays kann man bei gemäßigten Lichtverhältnissen auch außerhalb der eigenen 4 Wände gut mit dem HP ProBook 4535s arbeiten; selbst bei direkter Sonneneinstrahlung an sehr hellen Tagen lassen sich die Bildschirm-Inhalte noch ausreichend gut erkennen.

Display im Sonnenlicht

Kein Anlass zur Kritik auch bei der Temperaturentwicklung: Auch nach stundenlanger, intensiver Benutzung bleibt die Oberseite des HP ProBook 4535s angenehm kühl. Die geringe Hitzeentwicklung ist nicht zuletzt ein Verdienst des fleißigen Lüfters, welcher permanent, aber dafür mit annehmbarer Geräuschintensität läuft. Bei absoluter Stille ist der Lüfter deutlich wahrnehmbar, aber bereits im normalen Büroumfeld dürfte dessen Geräuschpegel kaum auffallen.

Leistung & Multimedia

Bei aller Konzentration auf die Arbeit wird auch ein Business-Notebook zum gelegentlichen Entertainment verwendet. Beispielsweise, um nach nach einem anstrengen Tag im Außendienst bei einer DVD oder einem kleinen Spielchen zu entspannen.

Beides ist mit dem HP ProBook 4535s problemlos möglich, da die Rechenleistung des HP ProBook 4535s sowohl für hochauflösende Filme als auch für gemäßigt anspruchsvolle 3D-Spiele bei niedrigen Detailstufen reicht – zumal Dank AMD Dual Graphics zwecks Leistungssteigerung die dedizierte Grafiklösung AMD Radeon HD 7450M mit dem integrierten Grafikkern AMD Radeon HD 6520G zusammenarbeiten kann.

PassMark Performance Test

Futuremark PCMark 7

HD-Tune Festplatten-Benchmark

Windows-Leistungsindex

Fazit: Durch diesen auch Crossfire genannten Verbund ist das HP ProBook 4535s für alle Multimedia-Anwendungen bestens geeignet. Apropos Filme: Die internen Stereo-Lautsprecher sind ausreichend laut, und verfügen über eine für Notebook-Boxen überraschend gute Qualität, so dass man auch mal eine DVD zu zweit schauen kann, ohne externe Boxen anzuschließen. Für den vollkommenen Multimediagenuss sind natürlich dennoch Kopfhörer oder externe Lautsprecher empfehlenswert.

Score 3DMark06

Unigine Heaven 3.0

Cinebench R11.5

Auch hinsichtlich der allgemeinen Systemleistung präsentiert sich das HP ProBook 4535s als ausreichend leistungsstarkes Office-Notebook. So werden beim PCMark7 1512 Punkte erreicht; den Povray CPU-Benchmark beendet das System in knapp 23 Minuten. Die Festplatte erzielt im HD-Tune Festplattenbenchmark eine durchschnittliche Transferrate von 92,1 MB/s.

Anbei folgt eine kleine Auflistung der durchgeführten Benchmarks. Eins vorweg: Wirklich hieb- und stichfest sind die Ergebnisse nicht, denn je nachdem welche Anwendungen und Dienste im Hintergrund aktiv sind, können die Messergebnisse erheblich schwanken. Ich habe z.B. die ganzen HP-Dienste nicht deaktiviert, weil ich mir die Arbeit sparen wollte – dabei wäre so sicher noch ein Quentchen Mehrleistung dringewesen.

Benchmark Ergebnis
3DMark06 3680 3DMarks
FurMark 241 Points / 4 FPS
HD Tune Durchschnittliche Transferrate 92,1 MB/s
POV-Ray Benchmark 23min 05 Sekunden
Unigine Heaven 3.0 524 Punkte / 20,8 FPS
Windows-Leistungsindex 4,5 Punkte

 

Fazit

Das HP ProBook 4535s A1F21EA ist ein überzeugendes Business-Notebook mit einem exzellenten Preis-Leistungs-Verhältnis. Neben der soliden Verarbeitung können insbesondere die überdurchschnittliche Tastatur und die ansprechende Ausstattung gefallen. Nicht zuletzt die bis zum 31.10.2012 verlängerten Cashback-Aktion, bei der man nach dem Kauf ganze 50 Euro von HP zurückerhält, macht den Kauf eines HP ProBook 4535s äußerst attraktiv. Der einzige wirkliche Kritikpunkt ist die nur einjährige Herstellergarantie – diese lässt sich aber für knapp 30 Euro günstig auf 2 Jahre erweitern.

Preiswertes Business-Notebook: HP ProBook 4535s

Pro …

  • hervorragende Verarbeitung
  • großzügige Ausstattung
  • günstiger Preis
  • geringe Wärmeentwicklung

 … und Contra

  • nur einjährige Herstellergarantie

 Alternativen

Eine wirklich günstigere Alternative bei vergleichbarer Ausstattung zu finden wird schwer, da das HP ProBook 4535s A1F21EA meiner Meinung nach schon ein absoluter Preisbrecher ist.

Etwas preiswerter ist das HP ProBook 4530s LW862EA. Auf einem Intel Core i3 Prozessor basierend, dürfte dieses Gerät wahrscheinlich etwas weniger Abwärme produzieren, und damit noch leiser laufen als das A1F21EA. Dafür muss man aber eine kleinere Festplatte und eine schwächere Grafiklösung in Kauf nehmen.

Eine günstigere Alternative auf AMD-Basis wäre das HP Probook 4535s A6E35EA. Es ähnelt unserem Testgerät, verfügt aber nicht über eine zusätzliche dedizierte Grafikkarte. Wer wie ich ein reiner Office-Anwender ist, kann gegenüber HP ProBook 4535s A1F21EA knapp 20 Euro sparen.

Eine rasante Geschwindigkeit im Office-Einsatz verspricht das HP Probook 6560b i5-2410M. Mit einem leistungsstarken Intel Core i5-2410M Prozessor und vor allem Dank der der flotten 128GB SSD empfiehlt sich dieses Notebook für professionelle Anwender und anspruchsvoller HomeOffice-User, denen lange Boot- und Ladezeiten ein Gräuel sind. Dafür muss man aber auch (im Vergleich zu unserem HP ProBook 4535s A1F21EA) knapp 150 Euro mehr inverstieren, und eine schwächere, überwiegend für Office-Anwendungen ausgelegte Grafikkarte in Kauf nehmen.

 

About the author  ⁄ Daryush Ghassemi

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