Test: MSI GE70-i789W7H Gaming Notebook im Check

Gaming-Notebooks liegen voll im Trend. Die Vorteile liegen auf der Hand: Komfort, Portabilität und Leistung in einem Gehäuse vereint. Auch der taiwanesische Hersteller MSI baut seit einiger Zeit erfolgreich Gaming-Notebooks. Für uns ist das Grund genug, uns ein 17,3 Zoll MSI GE70-i789W7H zu schnappen und auf Her(t)z und Nieren zu prüfen. Viel Spaß beim Lesen des Tests!

   

Achtung, ich werde etwas gefühlsduselig… Denn ich erinnere mich noch an Zeiten, da gab es so etwas wie LAN-Parties im heimischen Keller oder beim Kumpel im Wohnzimmer, wenn die Eltern übers Wochenende weg waren. Ja, so etwas gab es tatsächlich – ohne Turniere, die von großen Herstellern und Shops gesponsort wurden. Und wieder ja, so etwas gab es tatsächlich, denn das Internet war zu dieser Zeit nicht ganz so verbreitet, wie es heutzutage selbstverständlich scheint und auch die Riege der Spiele, die einen Online-Modus hatten, hielt sich in Grenzen. Dafür hatte jedes Game, das etwas auf sich hielt und mit “Mutliplayer” betitelt war, anders als heute, tatsächlich einen LAN-Modus. Ich erinnere mich gerne zurück an Zitate, wie z.B.: “Hast Du noch ein T-Stück dabei?”, “Findest Du mich im Netzwerk? Ich finde Dich nämlich nicht…” oder auch der Klassiker: “Wenn Du mich noch ein Mal fraggst, bekommst Du kein Bier mehr!” Doch ich schweife ab… Heute ist es um Längen einfacher mobil zu zocken. Viele Online-Titel und große LAN-Parties winken mit Erfolgen und Preisen und manch einer hat Spaß seinem Gegner ins Gesicht schauen zu können, wenn er ihn zur Verweiflung treibt. Nicht zuletzt für dieses Klientel sind moderne Gaming-Notebooks konzipiert. Sie sind kleiner und leichter als ein Desktop-PC und bieten ähnliche bis gleichwertige Leistung – egal ob auf der LAN in der Halle, beim Kumpel um die Ecke oder im Urlaub (denn auch dort muss weiter gefarmt werden). Das MSI GE70-i789W7H Gaming Notebook scheint hierfür prädestiniert. In ihm schlummert die Ivy Bridge – Architektur von Intel und eine NVIDIA GPU, während die Tastatur von Steelseries stammt. Doch schauen wir uns das edle Teil mal im Detail an.

 

 

 

Überblick über die technischen Daten

Das Herzstück des MSI GE70-i789W7H Gaming Notebooks ist eine Intel Core i7-3610QM CPU mit 4 Kernen, die mit je 2,3 GHz, bzw per automatischer Übertaktung mit je 3,3 GHz arbeiten. Die CPU verfügt über 6 MB Cache und hat eine TDP von 45 Watt. Dem Prozessor zur Seite stehen satte 8 GB DDR 3 RAM und eine mit 7.200 U/Min drehende HDD mit 750 GB Volumen. Besonderes Augenmerk legen Gamer natürlich auf die Grafikkarte. Hier ist eine NVIDIA GeForce GT 650M mit 2 GB eigenem VRAM verbaut. Das Display löst mit 1920 x 1080 Pixeln (FullHD) auf, verfügt über eine LED-Hintergrundbeleuchtung und ist matt.

Ferner verfügt das MSI GE70-i789W7H über zwei USB 3.0, zwei USB 2.0, einen VGA und einen HDMI  – Anschluss. Außerdem finden wir an der Gehäuseseite auch noch ein Kensington-Lock, Anschlüsse für Kopfhörer und Mikrofon, einen Kartenleser für MMC, SD, SDHC, xD, Memory Stick, Memory Stick Pro, SDXC-Speicherkarten und einen DVD-Brenner, nebst LAN-Port.

Äußerer Eindruck und Praxistest

Spiegelnde Flächen sind beim MSI GE70-i789W7H quasi unumgänglich. Sei es der Deckel, der über eine optische Maserung verfügt, deren Haptik nicht mit dem Eindruck mithalten kann, oder die Tastatur selbst: Alles ist auf Hochglanz gebracht, sodass quasi vor jedem Tastendruck Händewaschen angesagt sein dürfte. Die Fingerdruck- und Staubgötter fordern jedenfalls regelmäßig ihren Tribut. Lediglich die Tasten der großzügig ausgelegten Tastatur spiegeln nicht und sind recht griffig. Insgesamt pendelt der Eindruck irgendwo zwischen “edeloptik” und “edelplastik” und bleibt wohl Geschmackssache.

 

   

Hinweis: Auf den Bildern ist die Schutzfolie der Tastatur noch zu sehen.

Belastet man das Gehäuse ein wenig, fällt recht schnell auf, dass der massive Einsatz von Kunststoff seinen Tribut zollt: Die Oberflächen lassen bei mäßigem Kraftaufwand nach. Die Scharniere halten das Display beim Schütteln nur bedingt in Position, was nicht zuletzt der Größe der Anzeigefläche geschuldet sein dürfte. Umso überraschender ist das Tippgeräusch der Steelseries-Tastatur. Von einem solch bekannten Hersteller von Gaming-Peripherie hätten wir mehr erwartet. Zwar ist das Keyboard über jeden Zweifel erhaben, solange es um die Funktionalität und Reaktionsgeschwindigkeit geht. Doch das klapprige Geräusch will nicht so recht ins Bild passen.

Das Touchpad ist aufgrund der Riffelung angenehm griffig. Im Office-Einsatz macht es zudem eine recht gute Figur und erfreut durch Präzision und angenehme Größe. Was jedoch fehlt, ist eine integrierte Scrollfunktion. Die beiden Tasten haben einen klaren Druckpunkt und sind komfortabel zu bedienen. Direkt unter besagten Tasten befinden sich kleine Piktogramme für die an der Vorderseite befindlichen LEDs zu HDD-Aktivität, NumLock, etc. Über dem Touchpad finden wir die obligatorische Sperre, die das Feld deaktiviert. Gerade bei einem Gaming-Notebook ist eine solche Funktion unumgänglich.

 

 

Die eingebauten Lautsprecher befinden sich über dem Keyboard. Zwar liefern sie für ein Notebook recht ordentlichen Klang, wirkliche Wunder darf man aber aufgrund der Bauform natürlich nicht erwarten.

Seitlich finden wir sämtliche Anschlüsse für USB, LAN, HDMI und Speicherkarten, sowie das Kensington-Schloss. Ferner ist am hinteren Ende der linken Seite der Luftauslass der Gehäuselüftung angebracht. Letztere ist leider auch stets wahrnehmbar – sowohl im Idle- als auch im Lastbetrieb. Die Festplatte mit ihren 7200 U/Min steigt hier gerne ins Lied mit ein. Was im Leerlauf noch akzeptabel ist, wird im Spielbetrieb schon fast zu laut. Das ist aufgrund der verbauten Hardware jedoch auch kaum verwunderlich, denn die CPU und Grafikkarte leisten nicht nur viel, sondern wollen auch ordentlich gekühlt werden.

 

   

 

So viel Leistung fordert natürlich auch in Puncto Akkulaufzeit ihren Tribut. Zwar ist die Ivy Bridge-Architektur deutlich genügsamer, als ihre Vorgänger. Dennoch liefern die 49 Wh des 6-Zellen-Akkus keine Wunder ab, was sich auch im Test mit dem BatteryEater zeigt: Im Idle-Betrieb ohne WLAN bei minimaler Helligkeit, zeigt sich das MSI GE70-i789W7H, dank integrierter Grafikeinheit und NVIDIA Optimus, noch recht genügsam und hält etwa 4 Stunden und 20 Minuten lang durch. Doch schon beim Surfen mit eingeschaltetem WLAN und mittlerer Helligkeit reduziert sich die Laufzeit auf knapp 2 Stunden und 20 Minuten. Richtig ins Schwitzen kommt der Akku bei Volllast und macht schon nach einer Dreiviertelstunde schlapp.

Das Display ist beinahe über jeden Zweifel erhaben. Zwar hat ein matter Bildschirm zwangsläufig den Nachteil nicht ganz so kräftige Farben darzustellen. Allerdings macht die Anzeige des MSI GE70-i789W7H dieses Manko durch hohe Blickwinkelstabilität und gute Helligkeit wieder wett. Die Ausleuchtung ist ebenso durchweg überzeugend wie der niedrige Schwarzwert und der hohe Kontrast. Hier liefert MSI erste Sahne ab.

Leistungstest und Temperaturen

Ein Gaming-Notebook ist, wenn auch mehr als geeignet, nicht für den Office-Betrieb gedacht. Die Leistung ist vorhanden und will genutzt werden. Auch ein Sportwagen will ausgefahren und nicht nur zum Einkaufen genutzt werden. Also haben wir das MSI GE70-i789W7H durch ein paar Benchmarks gejagt und dabei auch die Temperaturen überprüft. Bei allen Tools und Programmen haben wir die freien Versionen verwendet um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Eines vorneweg: Das MSI Gaming-Notebook macht genau das, was es soll – es liefert Leistung satt! Im synthetischen Leistungsbenchmark 3DMark Vantage überzeugte das Notebook mit 9954 3DMarks (Graphics Score: 8443, CPU Score: 21498). Auch im 3D Mark 11 machte unser Proband mit 2274 3DMarks (Graphics Score: 2048, Physics: 7637, Combined: 1858) eine gute Figur.

Im Unigine Heaven 3.0 Benchmark schaffte das MSI-Modell 15,1 Bilder pro Sekunde (Score: 381, Min FPS: 9,9, Max FPS: 31,7) bei FullHD-Auflösung, normalem Tesselation und achtfach AA.

Auch im Cinebench 11.5 machte das Notebook eine gute Figur und schnitt mit 43,10 FPS im OpenGL-, bzw. 6,25 Punkten im CPU-Test ab.

3DMark Vantage 3DMark 11 Cinebench 11.5 Heaven 3.0
9954 3DMarks 2274 3DMarks OpenGL 43,10 FPS 15,1 FPS
8443 Graphics Score 2048 Graphics Score CPU 6,25 Punkte 381 Scores
21498 CPU Score 7637 Physics 9,9 Min FPS
1858 Combined 31,7 MaxFPS

 

Weniger erfreulich ist die Temperaturentwicklung. Während im Ruhebetrieb noch alles im grünen Bereich ist, wird schon bei moderatem Lastbetrieb die Abluft aus dem seitlichen Gebläse schnell unangenehm, sodass hier nichts neben dem Notebook stehen sollte.

   

 

Die Oberfläche bleibt im Idle-Betrieb noch auf angenehmen Temnperaturen, während Grafik- und CPU-Last schon mehr als Handwärme verursachen. Auf einen extremen Belastungstest á la Furmark und Prime95 in Kombination haben wir verzichtet. Zwar kann es interessant sein, zu sehen, wie die Kühlung mit den maximal zu erreichenden Temperaturen umgeht. Allerdings handelt es sich hierbei um alles andere als um ein praxisnahes Szenario.

Fazit

Wer zocken will, will zocken und der Fehler liegt im Detail. Reduziert man das MSI GE70-i789W7H auf das Label “Gaming Notebook”, erhält man genau das, was man erwartet: Viel Leistung und niedrige Akkulaufzeiten außerhalb des Office-Betriebes, in dem unser Proband eine außerordentlich gute Figur gemacht hat – für ein Gaming Notebook. Die Leistung ist, gemessen am Preis von derzeit ca. 1.149€, über jeden Zweifel erhaben. Ebenso positiv fällt das tolle Display ins Auge. Sowohl bei Gaming, als auch im Idle-Betrieb und beim Filme-schauen macht die Anzeige eine durchweg gute Figur und überzeugt mit sauberem Bild, hoher Blickwinkelstabilität, guter Helligkeit und sauberer Schwarz-Darstellung.

Nicht so gut gefallen die vielen glänzenden Oberflächen des Gehäuses, die ständiges Putzen nach sich ziehen und die Materialgüte. Zwar ist das Gehäuse weit entfernt von “schlecht”, aber wirklich “top” ist es eben auch nicht. Dazu ist es nicht genügend verwindungssteif und robust. Die Tastatur ist auch nicht gerade das, was man von ihr erwartet. Das Steelseries-Logo wird den daran geknüpften hohen Ansprüchen nicht ganz gerecht und stört etwas durch das klappernde Tippgeräusch.

Wer jedoch ein bezahlbares Gaming Notebook sucht, das Leistung satt bringt und nicht die Welt kostet, wird mit dem MSI GE70-i789W7H sehr glücklich.

 

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Alternativen

Das MSI Gaming Notebook GE70-i789W7H legt die Messlatte in Puncto Leistung im Bereich des Mobile Gaming schon recht hoch. Wem ein Notebook mit 17 Zoll jedoch zu groß ist, greift wohl eher zum Pendant mit 15,6″, denn das MSI GE60-i789W7H bietet identitsche Ausstattung in kleinerem Gehäuse. Beim ASUS G55VW-S1073V gibt es noch mehr Grafikleistung und ein Blu-ray Combo-Laufwerk im 15,6″-Format. Das kostet natürlich wiederum ein Eckchen mehr. Soll es hingegen etwas günstiger sein, bietet sich z.B. das Schenker XMG A 501 8UC an. Dieses Notebook hat nicht ganz so viele Haare auf der Brust und kein Full HD – Display, überzeugt aber mit ebenfalls fairem Preis.

About the author  ⁄ Tibor

Begeisterter Nerd und Musikliebhaber. Hat schon den Doctor getroffen. Ein Schwabe in Berlin.

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