Die Situation um den in die ecuadorianische Botschaft in London geflüchteten Julian Assange spitzt sich langsam zu. Wie der Guardian berichtet habe Assange im Prinzip von Rafael Correa, dem Präsidenten des südameikanischen Staates, eine Zusage erhalten, doch das wollen wohl die Briten nicht so einfach hinnehmen.
Seit rund sieben Wochen sitzt der ehemalige Wikileaks-Leader jetzt schon in einem Zimmerchen in der ecuadorianischen Botschaft in London und wartet auf eine Entscheidung. Sogar seine Mutter hat sich schon eingeschaltet und in Ecuador verschiedene Gespräche mit Ministern wegen des Asylantrags geführt, doch laut Correa mussten erst eine “große Menge internationaler Rechtsvereinbarungen” gesichtet werden. Auch Ecuador, die sich mit ihrem Anti-Weltbank-Kurs und der Förderung von mehr echter Demokratie nicht überall Freunde geschaffen hatten, will es sich ja international dennoch nicht ganz verscherzen. Daher wohl die Verzögerung.
Es droht eben nicht nur Ärger von Schweden, die Assange wohl gern selbst vor ein Gericht stellen wollen, sondern auch von den Briten und Amerikanern. Die Briten mögen es sicher nicht, wenn ein fremdes Land mitbestimmt, wie man mit Straftätern umgeht. Und die Amis sehen ihre Felle schwimmen, wenn es um die Hoffnung auf Auslieferung Assanges in die USA geht, die sie von Schweden angeblich erwarten.
Das würde Assange wohl im wahrsten Sinne des Wortes den Kopf kosten, denn die USA sind ja bekanntermaßen nicht so zimperlich, Staatsfeinde auch einfach mal zu exekutieren. Möglicherweise haben sie auch schon mit den entsprechenden Stellen in England und Schweden gesprochen, so dass die Briten zusätzlich unter Druck stehen, ein einfaches Verschwinden Assanges ins Exil möglichst nicht zuzulassen.
Momentan wird also noch darüber verhandelt, ob dem Schweden überhaupt ein sicherer Fluchtkanal eröffnet wird, und genau danach sieht es eher nicht aus. Sobald Assange die Botschaft verlasse, so heißt es, werde man ihn natürlich direkt wieder festnehmen und der Auslieferung zuführen. Auch England hat sich an internationale Vereinbarungen zu halten, in diesem Fall eben mit Schweden.
Besonders brisant wird die Geschichte aber vor allem durch die Ankündigung der Briten, den Exilanten notfalls aus der Botschaft rauszuholen, was ein echter internationaler Konfliktfall wäre, der mit Racheakten und dergleichen zu weit führen könnte. Drücken wir also den ecudorianischen Verhandlungsführern die Daumen, Assange da raus holen zu können. Ansonsten blüht ihm wohl nichts Gutes.


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